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Neun Betriebsversammlungen in sieben Tagen: Der Volkswagen-Konzern steht vor einer der konfliktreichsten Wochen seit Jahren. Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft auf harte Einschnitte vorbereitet. Die Lage sei, so Blume, mehr als kritisch.
Spardruck trifft Werke in ganz Deutschland
Volkswagen kämpft mit sinkenden Gewinnen und einem enormen Kostendruck. Der Konzern plant weitreichende Sparmaßnahmen. Werke und Arbeitsplätze stehen auf dem Prüfstand. Die Arbeitnehmerseite hatte bereits vor den Werksferien konkrete Details zu den Plänen verlangt.
Bis Ende August finden bundesweit neun außerordentliche Betriebsversammlungen statt. Der Vorstand muss sich dort den Fragen der Beschäftigten stellen.
Emden besonders im Blick
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem VW-Werk in Emden. Der dortige Betriebsrat und der Stadtrat reagieren mit konkreten Schritten: Geplant sind eine Resolution sowie eine eigene Betriebsversammlung. Konzernchef Blume wird in Emden erwartet.
Das Emder Werk gilt als einer der gefährdeten Standorte im Konzern. Die Stadt Emden ist wirtschaftlich stark von Volkswagen abhängig. Ein Stellenabbau oder eine Schließung hätte dort gravierende Folgen für die gesamte Region.
Blume appelliert an Kampfgeist
Vor den Versammlungen wandte sich Blume mit einem Appell an die Belegschaft. Alle müssten mitziehen, so der Konzernchef. Er beschwor den Zusammenhalt im Konzern. Ob dieser Appell bei den Beschäftigten ankommt, ist offen.
Die Gewerkschaft IG Metall und die Betriebsräte fordern klare Antworten. Sie wollen wissen, welche Werke betroffen sind und wie viele Stellen gestrichen werden sollen. Konkrete Zahlen hat der Konzern dazu bisher nicht öffentlich genannt.
Niedersachsen als Anteilseigner und Standort
Das Land Niedersachsen ist Standort mehrerer VW-Werke und hält zugleich direkt Anteile am Konzern. Die Landesregierung in Hannover verfolgt die Entwicklung daher mit besonderem Interesse. Ministerpräsident Stephan Weil hatte in der Vergangenheit betont, Arbeitsplätze in Niedersachsen schützen zu wollen.
In Wolfsburg, Hannover und Emden arbeiten zehntausende Menschen für Volkswagen. Ein massiver Stellenabbau würde den niedersächsischen Arbeitsmarkt direkt treffen. Die Betriebsversammlungen gelten deshalb auch in der Landespolitik als wichtige Signalgeber.
Offene Fragen, angespannte Stimmung
Volkswagen steht vor einschneidenden Entscheidungen. Konkrete Antworten zu Werken und Arbeitsplätzen hat der Konzern bisher nicht geliefert. Die Beschäftigten werden sie bei den Versammlungen einfordern.
