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Das Land Niedersachsen schaltet sich direkt in den Machtkampf bei Volkswagen ein. Nach Vorstand und Betriebsrat hat nun auch die Landesregierung einen eigenen Vorschlag beim Aufsichtsrat eingereicht. Das geht aus Informationen hervor, die vier mit den Vorgängen vertraute Personen bestätigt haben. Mehrere Werke stehen auf der Kippe. Für einen Standort zeichnet sich offenbar eine gemeinsame Lösung von Land und Bund ab.
Niedersachsen als Mitspieler im Konzernstreit
Ministerpräsident Olaf Lies hat klare Worte gefunden. Er warnt die Konzernleitung ausdrücklich vor Werksschließungen. Alle Anteilseigner und der Vorstand müssten gemeinsam daran arbeiten, die Industriestandorte in Deutschland und Niedersachsen zu sichern. Das Land ist über seine Beteiligung direkt im Aufsichtsrat vertreten und hält einen bedeutenden Anteil am Volkswagen-Konzern.
Lies besuchte das VW-Werk in Wolfsburg und traf sich dort mit dem Betriebsrat. Es ging um die konkreten Sparpläne des Vorstands. Diese sehen Werksschließungen und den Abbau von bis zu 50.000 Stellen vor. Gewerkschaft und Betriebsrat lehnen die Pläne ab.
Volkswagen: Größter Arbeitgeber des Landes
Volkswagen ist der größte Arbeitgeber Niedersachsens. Der Konzern betreibt Werke in Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig, Emden, Hannover und Osnabrück. Hunderttausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Konzern. Eine Werksschließung hätte weitreichende Folgen für ganze Regionen.
In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres erzielte Volkswagen einen Umsatz von 158 Milliarden Euro. Trotzdem geriet der Konzern unter Druck. Als Ursachen werden sinkende Absatzzahlen, hohe Produktionskosten und der schwierige Wechsel zur Elektromobilität genannt.
Branchenkrise oder Konzernversagen?
Lies selbst betont: Es handelt sich nicht allein um eine VW-Krise. Er spricht von einer Krise der gesamten Automobilbranche. Deutsche Hersteller stehen unter Druck. Konkurrenz aus China und die schwache Nachfrage nach Elektroautos belasten die gesamte Industrie.
Der Vorstand sieht das anders. Er macht vor allem zu hohe Kosten am Standort Deutschland verantwortlich. Der Konflikt zwischen Management und Belegschaft ist offen ausgebrochen. Betriebsversammlungen an mehreren Standorten machen den Unmut sichtbar.
Betriebsversammlungen heizen die Stimmung auf
Bundesweit finden Betriebsversammlungen statt. Der Vorstand soll sich dort zu den Sparplänen äußern. Die Stimmung in den Werken ist angespannt. Beschäftigte fordern Klarheit über ihre Arbeitsplätze. Der Betriebsrat spricht von einem Aufstand der Belegschaft gegen die Konzernführung.
Das Land Niedersachsen positioniert sich in diesem Konflikt als Vermittler. Mit dem eigenen Vorschlag beim Aufsichtsrat versucht die Landesregierung, einen Kompromiss zu erzielen. Details des Papiers sind nicht bekannt. Vier Insider haben die Existenz des Vorschlags bestätigt.
Politischer Druck auf VW wächst
Niedersachsen setzt auf direkte Einflussnahme. Die Landesregierung will Werksschließungen verhindern und drängt auf eine Einigung zwischen Vorstand und Betriebsrat. Ob der Vorstoß des Landes den Konflikt entschärfen kann, ist offen. Die nächsten Aufsichtsratssitzungen werden zeigen, ob ein Kompromiss möglich ist.
