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Beim Volkswagen-Konzern reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Das Ergebnis nach Steuern sank im Jahr 2025 um rund 44 Prozent. Es war das schlechteste Ergebnis seit dem Diesel-Skandal im Jahr 2015. Nun steht erneut eine Halbjahresbilanz an.
Gewinneinbruch in Wolfsburg
Der Volkswagen-Konzern hat 2025 einen drastischen Einbruch bei den Gewinnen verzeichnet. Das Ergebnis nach Steuern sank um rund 44 Prozent. Schlimmer stand Volkswagen zuletzt während des Diesel-Skandals da. Das ist nun mehr als zehn Jahre her.
Auch im zweiten Quartal 2025 liefen die Geschäfte schlecht. Der Konzern verdiente nach eigenen Angaben nur noch 2,29 Milliarden Euro. Das war gut ein Drittel weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bereits zum dritten Mal in Folge meldeten die Wolfsburger damit einen Gewinnrückgang für ein erstes Halbjahr.
Ein wesentlicher Faktor waren die US-Zölle. Sie kosteten Volkswagen allein in der ersten Jahreshälfte 1,3 Milliarden Euro. Trotz leicht verbesserter Absatzzahlen blieb der Konzern tief in der Verlustzone.
Kernmarke VW als größter Problemfall
Die Kernmarke Volkswagen belastet den Gesamtkonzern am stärksten. Sie ist für den größten Teil des Gewinnrückgangs verantwortlich. Die anderen Marken des Konzerns konnten die Verluste nicht ausgleichen.
Auch Porsche verzeichnete einen Gewinneinbruch. Damit kämpfen zwei der wichtigsten Konzernmarken gleichzeitig mit schwachen Zahlen. Für den Konzernstandort Wolfsburg und die gesamte Region Niedersachsen sind das alarmierende Signale.
50.000 Stellen sollen bis 2030 wegfallen
Der Konzernvorstand hat auf die Krise mit einem Sparpaket reagiert. Bis zum Jahr 2030 sollen deutschlandweit bis zu 50.000 Stellen abgebaut werden. Das ist fast die Hälfte aller Arbeitsplätze, die Volkswagen in Deutschland hält.
Zuletzt präsentierte der Vorstand weitere Sparpläne. Demnach stehen insgesamt rund 100.000 Jobs auf der Streichliste. Vier Werke sollen geschlossen werden. Welche Standorte genau betroffen sind, ist bisher nicht abschließend geklärt.
Für Niedersachsen hat das besonderes Gewicht. Das Land ist mit rund 20 Prozent größter Einzelaktionär bei Volkswagen. Mehrere große Werke liegen im Bundesland, darunter das Stammwerk in Wolfsburg, der Standort Hannover und die Fabrik in Emden.
Neue Halbjahresbilanz rückt näher
Am 25. Juli 2025 veröffentlichte Volkswagen die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2025. Nun steht erneut eine Halbjahresbilanz an. Analysten und Arbeitnehmervertreter blicken mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Zahlen.
Konzernchef Oliver Blume hat nach dem Gewinneinbruch Hoffnung auf eine Erholung gemacht. Der VW-Konzern peile wieder mehr Umsatz an. Konkrete Zusagen für eine Trendwende blieb der Vorstand bisher schuldig.
Der Konzern selbst erklärte, im zweiten Halbjahr sollten die Geschäfte besser laufen. Ob das gelingt, hängt von der Entwicklung der US-Zölle, der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und dem Erfolg der Sparprogramme ab.
Politischer Druck auf Land und Konzern wächst
In Niedersachsen wächst der politische Druck. Die Landesregierung in Hannover verfolgt die Entwicklungen bei VW genau. Als Großaktionär hat das Land direkten Einfluss im Aufsichtsrat. Das sogenannte VW-Gesetz sichert den niedersächsischen Standorten zusätzliche Mitbestimmungsrechte.
Gewerkschaft und Betriebsrat haben Stellenabbau in diesem Ausmaß bisher abgelehnt. Die IG Metall kämpft für sozialverträgliche Lösungen. Wie dieser Konflikt ausgeht, wird auch für die niedersächsische Wirtschaftspolitik Konsequenzen haben.
Eine Region unter Druck
Volkswagen steckt in der schwersten Krise seit dem Diesel-Skandal. Der Gewinnrückgang von fast 44 Prozent im Jahr 2025 ist Ausdruck eines strukturellen Wandels in der Automobilindustrie. Die anstehende Halbjahresbilanz wird zeigen, ob der Konzern auf Erholungskurs ist oder ob sich die Krise weiter verschärft.
