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Der Volkswagen-Konzern hat seinen Vorstand neu aufgestellt. Erika Rasch tritt zum 1. Oktober 2026 die Nachfolge von Gunnar Kilian als Personalvorständin an. Das entschied der Aufsichtsrat der Volkswagen AG. Rasch wechselt von Bosch nach Wolfsburg und übernimmt damit Verantwortung für rund 120.000 Beschäftigte allein in Niedersachsen.
Externe Besetzung in schwieriger Phase
Volkswagen steckt seit Monaten in einer tiefgreifenden Krise. Der Konzern kämpft mit Absatzproblemen, hohen Kosten und intensivem Wettbewerb im Elektrofahrzeugmarkt. Vor diesem Hintergrund fällt die Wahl auf eine Managerin von außen. Bei einem Konzern wie VW ist das ungewöhnlich.
Rasch übernimmt mit dem Personalressort eine der sensibelsten Positionen im Konzern. Sie trägt gleichzeitig die Verantwortung als Arbeitsdirektorin. Diese Rolle ist bei Unternehmen der Mitbestimmung gesetzlich vorgeschrieben. Betriebsrat und Gewerkschaften haben damit einen direkten Ansprechpartner im Vorstand.
Wechsel aus dem Bosch-Konzern
Erika Rasch war zuvor bei Bosch tätig. Der Stuttgarter Konzern zählt zu den größten Automobilzulieferern weltweit. Über ihre genauen früheren Aufgaben bei Bosch sind keine näheren Details bekannt. Sie bringt Erfahrung aus einem anderen großen Industrieunternehmen mit.
Für VW bedeutet der Wechsel einen klaren Bruch mit der internen Nachfolgelogik. Kilian hatte das Ressort durch die jüngsten Tarifkonflikte geführt. Die Personalfrage war dabei stets eng mit dem Streit um mögliche Werksschließungen und Stellenabbau verknüpft.
Niedersachsen im Blick
Für das Land Niedersachsen hat die Personalie besondere Bedeutung. Das Land ist Großaktionär bei Volkswagen. Rund 120.000 Menschen in Niedersachsen arbeiten für den VW-Konzern. Wolfsburg, Hannover und weitere Standorte hängen wirtschaftlich stark am Konzern.
Berichten zufolge signalisierte das Land Niedersachsen Bereitschaft, den Sparkurs des Konzerns mitzutragen. Wie weit diese Unterstützung reicht, ist politisch noch nicht abschließend geklärt. Rasch übernimmt ihr Amt in einem Umfeld offener Fragen.
Kilian scheidet aus dem Vorstand aus
Gunnar Kilian verlässt mit dem Wechsel den Konzernvorstand. Er hatte das Personalressort über Jahre verantwortet. Unter seiner Führung verhandelte VW zuletzt intensiv mit dem Betriebsrat über Kostensenkungen. Die Gespräche wurden teilweise öffentlich ausgetragen.
Mit Rasch setzt der Konzern auf einen Neuanfang. Ob das gelingt, hängt auch davon ab, wie sie die Beziehung zur Arbeitnehmerseite gestaltet. Der Betriebsrat hat bei VW traditionell großen Einfluss.
Fazit
Volkswagen setzt bei der Neubesetzung des Personalvorstands auf externe Erfahrung. Erika Rasch übernimmt einen Schlüsselposten in einer Phase, in der der Konzern grundlegende Entscheidungen über seine Zukunft treffen muss. Für Niedersachsen als Standort und Anteilseigner bleibt die Entwicklung bei VW von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung.
