Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Das Wendland gilt nicht als klassischer Wirtschaftsmotor Niedersachsens. Doch aus dem kleinen Ort Höhbeck im Landkreis Lüchow-Dannenberg kommt ein Unternehmen, das international Maßstäbe setzt. Die Voelkel GmbH ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Hersteller von zertifizierten Bio- und Demeter-Säften. Während Wettbewerber im Fruchtsaftmarkt Rückgänge verbuchen, wächst Voelkel weiter.
Von der mobilen Obstpresse zum Weltmarktführer
Die Geschichte des Unternehmens beginnt in den 1920er-Jahren. Damals zogen die Gründer mit einer fahrbaren Obstpresse durch die Region. 1936 gründeten Margret und Karl Voelkel die Kelterei offiziell. Der Sitz in Höhbeck blieb bis heute.
Das Unternehmen produziert nach anthroposophischen Grundsätzen. Dazu gehören Obstsäfte, Gemüsesäfte, Erfrischungsgetränke und Wellness-Drinks. Alle Produkte tragen Bio- oder Demeter-Zertifizierung. Das Sortiment wird nach eigenen Angaben in ganz Europa und weltweit verkauft.
Heute steht die vierte Familiengeneration in der Verantwortung. Seniorchef Stefan Voelkel hat das Unternehmen aufgebaut. Seine Söhne Jurek, Boris und Jacob Voelkel führen es gemeinsam weiter. Kaufmännischer Leiter ist Christian Harder.
Wachstum trotz schwieriger Marktlage
Die Fruchtsaftbranche steckt in der Krise. Viele Hersteller kämpfen mit sinkenden Absätzen. Voelkel bildet eine Ausnahme. Das Unternehmen meldet steigende Umsätze und mehr Arbeitsplätze.
Der Grund liegt im konsequenten Bekenntnis zur Bioqualität. Während der allgemeine Bio-Markt zuletzt an Dynamik verlor, bleibt Voelkel auf Wachstumskurs. Das Unternehmen profitiert von einer treuen Kundschaft und einem klar positionierten Sortiment.
Voelkel setzt auf biodynamische Landwirtschaft. Das bedeutet: keine synthetischen Pestizide, keine Gentechnik, Förderung samenfester Sorten. Das Unternehmen engagiert sich für den Erhalt von Streuobstwiesen und regionaler Artenvielfalt.
Familiendynamik: Vier Brüder, eine Richtung
Die Übergabe an die nächste Generation verlief nicht reibungslos. Jurek Voelkel hat offen über Konflikte gesprochen. Die Brüder stritten über Entscheidungen, die kurzfristig unwirtschaftlich schienen. Am Ende setzte sich eine langfristige Strategie durch.
Drei Geschäftsführer teilen sich heute die Führung. Das erfordert klare Absprachen. Das Modell funktioniert offenbar: Das Unternehmen wächst, die Familie bleibt zusammen.
Auch die nächste Generation ist bereits im Betrieb. Neben den drei geschäftsführenden Söhnen arbeiten weitere Familienmitglieder im Unternehmen. Die Nachfolge ist gesichert.
Arbeitgeber im strukturschwachen Wendland
Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg hat Voelkel besondere Bedeutung. Die Region gehört zu den wirtschaftsschwächsten in Niedersachsen. Voelkel schafft dort Arbeitsplätze und bildet aus.
Das Unternehmen sucht nach eigenen Angaben kontinuierlich neue Mitarbeiter. Gesucht werden Menschen, die hinter dem Konzept einer biodynamischen Landwirtschaft stehen. Ausbildungsplätze werden im Landkreis Lüchow-Dannenberg angeboten.
Das Unternehmen versteht sich als mittelständischen Familienbetrieb mit gesellschaftlichem Auftrag. Nachhaltigkeit ist kein Marketingbegriff, sondern Teil des Geschäftsmodells seit der Gründung.
Fazit
Voelkel zeigt, dass auch aus strukturschwachen Regionen Niedersachsens Weltmarktführer entstehen können. Das Unternehmen aus Höhbeck verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit einem klaren Werterahmen. In einem schwierigen Marktumfeld wächst die Kelterei weiter. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Strategie über fast neun Jahrzehnte.
