Neun Schweine sollen auf einem Versuchsfeld in Bösel im Landkreis Vechta zeigen, was Chemie bisher nicht geschafft hat. Die Universität Vechta hat das Forschungsprojekt „Mandelschwein“ gestartet. Ziel ist es, die Tiere darauf zu trainieren, das invasive Erdmandelgras aufzuspüren und zu fressen.
Eine Pflanze macht Landwirten das Leben schwer
Erdmandelgras gehört zu den hartnäckigsten Problemunkräutern in der Landwirtschaft. Die Pflanze breitet sich auf Ackerflächen in Niedersachsen rasant aus. Für betroffene Landwirte bedeutet das: hohe Ertragsausfälle und kaum wirksame Gegenmaßnahmen.
Das Erdmandelgras bildet unterirdische Knöllchen aus, sogenannte Erdmandeln. Diese Knöllchen sind äußerst widerstandsfähig. Selbst der Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat bringt keinen dauerhaften Erfolg. Die Pflanze treibt immer wieder neu aus.
Wer einmal mit dem Unkraut zu kämpfen hat, wird es kaum wieder los. Das macht Erdmandelgras für viele Betriebe zur ernsthaften wirtschaftlichen Bedrohung.
Die Idee: Schweine statt Spritze
Die Universität Vechta verfolgt einen anderen Ansatz. Statt auf Chemie setzt das Forschungsteam auf die natürlichen Fähigkeiten von Schweinen. Die Tiere haben einen ausgeprägten Geruchssinn und wühlen von Natur aus im Boden.
Das Projekt trägt den Namen „Mandelschwein“. Angelehnt ist der Begriff an die bekannten Trüffelschweine. Statt Trüffeln sollen die Tiere diesmal Erdmandeln erschnüffeln, ausgraben und fressen.
Neun Schweine werden auf dem Versuchsfeld in Bösel eingesetzt. Dort sollen sie gezielt trainiert werden. Das Ziel: Die Tiere durchwühlen befallene Flächen systematisch und reduzieren so den Bestand der Knöllchen im Boden.
Forschung auf dem Feld
Das Forschungsprojekt der Uni Vechta läuft seit Juni 2025. Das Versuchsfeld in Bösel dient als Testgelände. Dort wird beobachtet, wie effektiv die Schweine das Erdmandelgras bekämpfen können.
Wissenschaftler dokumentieren, wie viel Fläche die Tiere bearbeiten. Sie messen auch, wie stark der Knöllchenbestand nach dem Einsatz zurückgeht. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob das Verfahren für die Praxis taugt.
Das Projekt stellt die Frage: Können Tiere leisten, woran Technik und Chemie scheitern? Die Antwort darauf steht noch aus. Der Versuch hat gerade erst begonnen.
Chancen und Grenzen des Ansatzes
Der biologische Ansatz hat grundsätzliche Vorteile. Er kommt ohne Pestizide aus. Das schont den Boden und die Umwelt. Für Betriebe, die auf ökologische Landwirtschaft setzen, könnte das Verfahren besonders interessant sein.
Gleichzeitig gibt es offene Fragen. Schweine wühlen den Boden stark um. Das kann die Bodenstruktur belasten. Außerdem ist nicht klar, ob die Tiere wirtschaftlich und logistisch sinnvoll auf größeren Flächen eingesetzt werden können.
Die Uni Vechta forscht deshalb nicht nur zur Wirksamkeit. Sie untersucht auch, welche Rahmenbedingungen ein praxistauglicher Einsatz erfordern würde.
Fazit
Das Projekt „Mandelschwein“ der Universität Vechta ist ein ungewöhnlicher, aber wissenschaftlich ernstzunehmender Ansatz. Erdmandelgras ist ein reales Problem für niedersächsische Landwirte. Neue Lösungswege sind gefragt. Ob Schweine diese Lücke schließen können, wird das Versuchsfeld in Bösel zeigen. Die Ergebnisse des Projekts dürften auch über Niedersachsen hinaus auf Interesse stoßen.
