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Niedersachsen meldet einen klaren Zuwachs bei Unternehmensgründungen. Mehr als 71.000 neue Betriebe wurden zuletzt registriert. Die Zahl der Abmeldungen bleibt dabei niedriger als die der Neugründungen. Der Saldo ist positiv. Die Landesregierung bewertet die wirtschaftliche Lage jedoch nicht uneingeschränkt optimistisch.
Gründungszahlen auf hohem Niveau
Die Zahl der Unternehmensgründungen in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Zuletzt übertraf sie die Zahl der Abmeldungen wieder deutlicher als zuvor. Über 71.000 neue Unternehmen wurden registriert.
Besonders Kleinunternehmen und Einzelgründungen treiben das Wachstum an. Sie machen den Großteil der Neugründungen aus. Das Gründungsgeschehen konzentriert sich nicht allein auf einzelne Branchen oder Regionen.
Schattenseite: Insolvenzen steigen weiter
Gleichzeitig verzeichnet Niedersachsen eine wachsende Zahl von Unternehmensinsolvenzen. Allein im ersten Halbjahr beantragten 1.070 Unternehmen bei Amtsgerichten die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das entspricht einem Anstieg von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders hart trifft es die Kfz-Branche und das Baugewerbe. Beide Sektoren kämpfen mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage. Die steigenden Insolvenzzahlen haben direkte Folgen für Beschäftigte. Zahlreiche Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Kfz-Branche und Bau unter Druck
Die Automobilwirtschaft leidet unter dem Strukturwandel hin zur Elektromobilität. Viele kleinere Zulieferer und Händler geraten dabei in Schwierigkeiten. Das Baugewerbe kämpft mit gestiegenen Zinsen und rückläufigen Aufträgen im Wohnungsbau. Beide Branchen sind für den niedersächsischen Arbeitsmarkt von erheblicher Bedeutung.
Landesregierung mahnt zur Vorsicht
Die Landesregierung in Hannover erkennt das Gründungswachstum an, betont jedoch, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen nicht kleingeredet werden dürften. Die hohe Zahl an Neugründungen kompensiere nicht automatisch die Verluste durch Insolvenzen.
Wirtschaftspolitisch setzt das Land auf Investitionen in Infrastruktur und Mobilität. Das Bauprogramm 2026 hat ein Volumen von rund 170 Millionen Euro, was laut Landesregierung einem historischen Höchststand entspricht. Das Land will damit Sanierungsstaus abbauen und moderne Mobilität fördern.
Größte Unternehmen steigern Umsätze
Laut einer Studie der NORD/LB Norddeutschen Landesbank haben die 100 größten niedersächsischen Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 ihre Umsätze erneut ausgeweitet.
Allerdings gilt diese positive Entwicklung nicht für alle Unternehmensgrößen. Kleinere Betriebe spüren den wirtschaftlichen Druck stärker. Die Schere zwischen großen und kleinen Unternehmen bleibt ein strukturelles Problem.
Wachstum mit Vorbehalt
Niedersachsens Unternehmenszahl wächst. Über 71.000 Neugründungen stehen jedoch einem gleichzeitigen Anstieg der Insolvenzen gegenüber. Die Landesregierung steht vor der Aufgabe, gefährdete Branchen zu stabilisieren und neue Gründungen zu fördern.
