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In einer Regentonne in Hannover-Döhren hat das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) die erste Brutstätte der Asiatischen Tigermücke in Niedersachsen festgestellt. Eine Mitarbeiterin des Amtes besichtigte den Fundort in dem Wohngebiet und bestätigte die Population. Nach Einschätzung der Behörden besteht für die Bevölkerung derzeit keine erhöhte gesundheitliche Gefahr.
Fund im Rahmen des Mückenmonitorings
Der Nachweis gelang über das Mückenmonitoring des NLGA. Bürgerinnen und Bürger können dabei verdächtige Mücken oder Fotos an das Amt einsenden. Auf diesem Weg wurde auch der Hinweis aus Döhren aufgenommen. Das Monitoring läuft landesweit und soll die Ausbreitung invasiver Arten frühzeitig erkennen.
Vereinzelte Exemplare der Asiatischen Tigermücke wurden in Niedersachsen bereits früher gesichtet. Eine etablierte, sich fortpflanzende Population war bislang jedoch nicht nachgewiesen worden. Der Fund in Döhren ist daher ein neuer Befund für das Land.
Wie die Mücke nach Hannover gelangte
Wie die invasive Art genau nach Hannover-Döhren gelangt ist, bleibt unklar. Das Landesgesundheitsamt hält eine Einschleppung über den Waren- oder Personenverkehr für wahrscheinlich. Auf diesem Weg gelangten nach bisheriger Einschätzung auch frühere Einzelfunde nach Niedersachsen.
Die Asiatische Tigermücke ist an ihrem schwarz-weißen Streifenmuster erkennbar und kleiner als die heimische Stechmücke. Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in weiten Teilen Europas ausgebreitet.
Krankheitsübertragung möglich, aber aktuell kein Risiko
Die Tigermücke kann grundsätzlich Krankheitserreger übertragen, darunter Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika. Voraussetzung ist, dass die Mücken selbst infiziert sind. Bei den in Hannover gefundenen Tieren ist das nach aktuellem Stand nicht der Fall.
Die Behörden erklären deshalb: Eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit der Anwohner in Döhren oder anderen Stadtteilen besteht derzeit nicht. Die Überwachung der Population soll dennoch fortgesetzt werden.
Behörden gehen von Tür zu Tür
Nach dem Fund haben die zuständigen Stellen in Hannover mit einer Befragung der Anwohner begonnen. Mitarbeiter gehen dabei von Tür zu Tür, um mögliche weitere Brutstätten im Umfeld zu identifizieren. Regentonnen und Behälter mit stehendem Wasser gelten als typische Brutstätten der Tigermücke.
Privatpersonen können dazu beitragen, die Ausbreitung einzudämmen. Stehendes Wasser in Behältern, Blumentöpfen und Regentonnen sollte regelmäßig entfernt oder abgedeckt werden, besonders in den Sommermonaten.
Lage beobachtenswert, aber beherrschbar
Eine unmittelbare Bedrohung für die öffentliche Gesundheit ergibt sich aus dem Fund nach aktuellem Stand nicht. Das Monitoring des Landesgesundheitsamts hat in diesem Fall gegriffen: Der Nachweis wurde durch eine Bürgermeldung möglich. Das konsequente Beseitigen von Brutstätten gilt als wirksamste Maßnahme gegen eine weitere Ausbreitung.
