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Niedersachsen pumpt zusätzliches Geld in den Umbau der Tierhaltung. Doch die Förderkonditionen stoßen beim Landvolk Niedersachsen auf scharfe Kritik. Der Bauernverband bemängelt, dass Vorschläge aus der landwirtschaftlichen Praxis bei der Ausgestaltung des Agrar-Investitionsförderungsprogramms, kurz AFP, nicht berücksichtigt wurden.
Mehr Geld, aber falsche Bedingungen
Das Land Niedersachsen stellt für die kommenden beiden Jahre zusätzliche Mittel für den Stallumbau bereit. Ziel ist es, Betrieben den Übergang zu tiergerechteren Haltungsformen zu ermöglichen. Auch für Beratungsleistungen zu Biotop- und Artenschutz fließen mehr Mittel, unter anderem im Rahmen des Niedersächsischen Wegs.
Das Landvolk Niedersachsen erkennt den Willen zur Förderung an. Doch die konkreten Bedingungen treffen auf grundsätzliche Ablehnung. Die Ausgestaltung des AFP verstoße gegen das Ziel, Landwirten tatsächlich zu helfen. Vorschläge aus der Praxis hätten bei der Programmgestaltung kein Gehör gefunden.
Wettbewerbsdruck statt Entlastung
Das Landvolk sieht in den Förderbedingungen ein strukturelles Problem. Wer investiert, geht finanzielle Risiken ein. Werden Auflagen gleichzeitig verschärft, ohne praxistaugliche Lösungen anzubieten, erhöhe das den Druck auf die Betriebe. Kleinere und mittlere Betriebe seien besonders betroffen.
Der Verband argumentiert, dass die Förderung so gestaltet sein müsse, dass sie Investitionen tatsächlich anstoße. Stattdessen entstehe durch die aktuellen Anforderungen ein Wettbewerbsdruck, der vor allem größere Strukturen begünstige. Damit werde das Gegenteil des politisch erklärten Ziels erreicht.
Praxiswissen bleibt außen vor
Besonders schwer wiegt für das Landvolk, dass konkrete Verbesserungsvorschläge aus der Landwirtschaft ignoriert wurden. Landwirte kennen die betrieblichen Abläufe und die Hindernisse bei Umbaumaßnahmen aus erster Hand. Werden diese Erfahrungen nicht einbezogen, entstehen Programme, die an der Realität vorbeigehen.
Das Landvolk fordert eine Überarbeitung der Förderrichtlinien. Diese müsse Betriebe jeder Größe einschließen und dürfe keine neuen Wettbewerbsverzerrungen erzeugen.
Nitrat bleibt ein ungelöstes Problem
Parallel dazu beschäftigt das Landvolk eine weitere Baustelle: der Grundwasserschutz. Landwirte haben die Ausbringung von Mineraldüngern in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Dennoch zeigen viele Messstellen im Land noch keinen Rückgang der Nitratkonzentrationen im Grundwasser.
Dieser Befund belastet die politische Debatte. Das Land könnte auf dieser Grundlage weitere Düngerestriktionen durchsetzen. Das Landvolk warnt davor, die Maßnahmen weiter zu verschärfen, solange die bisherigen Schritte noch keine messbaren Effekte zeigen. Der Umweltausschuss des Verbandes diskutiert die Lage intensiv.
Förderung und Regulierung gleichzeitig
Die Gleichzeitigkeit von Förderung und Verschärfung ist das Kernproblem, das das Landvolk beschreibt. Das Land stellt Mittel bereit, schafft aber zugleich neue Auflagen und Bedingungen, die den Nutzen der Förderung teilweise aufzehren.
Diese Kombination verunsichert Landwirte und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen. Wer nicht weiß, welche Anforderungen in drei oder fünf Jahren gelten, zögert mit Umbaumaßnahmen. Das blockiert genau jenen Wandel, den die Förderprogramme beschleunigen sollen.
Politischer Wille allein reicht nicht
Niedersachsen bekennt sich mit zusätzlichen Mitteln zum Umbau der Tierhaltung. Doch Programme müssen auch ankommen. Wenn Förderbedingungen Wettbewerbsdruck erzeugen statt ihn zu mindern und Praxiserfahrungen ignoriert werden, verfehlen selbst gut gemeinte Investitionen ihre Wirkung. Das Landvolk hat konkrete Forderungen formuliert. Ob das Land sie aufgreift, wird die nächste Runde der Programmgestaltung zeigen.
