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Niedersachsen startet ins Schuljahr 2026/27. Für rund 890.000 Schülerinnen und Schüler hat der Unterricht am Donnerstag wieder begonnen. Das Land setzt auf mehr Digitalisierung, ausgeweitete Ganztagsangebote und zusätzliches Personal. Der Lehrermangel ist dabei weiterhin ungelöst.
Tablets ab Klasse 7: Digitalisierung wird Pflicht
Eine der sichtbarsten Neuerungen betrifft die weiterführenden Schulen. Ab der siebten Klasse stattet das Land Niedersachsen alle Schülerinnen und Schüler flächendeckend mit Tablets aus. Die Geräte werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, digitale Lernmethoden fest im Schulalltag zu verankern.
Das Land will damit Schulqualität und Bildungsgerechtigkeit verbessern. Wer zu Hause kein eigenes Gerät hat, soll im Unterricht nicht benachteiligt werden.
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler
Neu ist außerdem: Erstklässler haben ab diesem Schuljahr einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Familien, die Betreuung nach dem Unterricht benötigen, haben damit erstmals einen gesetzlich gesicherten Anspruch.
Grundschüler erhalten zusätzliche Unterrichtsstunden. Damit soll die Unterrichtsversorgung in der Fläche verbessert werden.
Gehaltserhöhungen für viele Lehrkräfte
Für einen Teil der Lehrerinnen und Lehrer bringt der Schulstart auch finanziell Verbesserungen. Viele wechseln zum neuen Schuljahr in eine höhere Besoldungsgruppe. Das Land erhofft sich davon auch eine Wirkung bei der Gewinnung neuer Fachkräfte.
Lehrermangel: Das größte ungelöste Problem
Der Personalmangel bleibt die größte Baustelle. Kultusminister Grant Hendrik Tonne von der SPD hat das selbst eingeräumt. Die Suche nach Lehrkräften sei das drängendste Problem im niedersächsischen Schulsystem.
Die Zahlen belegen das. Noch im Schuljahr 2025/26 hatte das Land insgesamt 1.600 Stellen an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen ausgeschrieben. In bestimmten Fächern und Regionen ist die Versorgung besonders angespannt.
Die Folgen sind spürbar. Klassen werden größer, Lehrkräfte übernehmen Mehrarbeit. In einigen Fällen übernehmen digitale Angebote Teile des Unterrichts. Das entlastet kurzfristig, löst das Grundproblem aber nicht.
Leichte Entspannung in einzelnen Bereichen, keine Entwarnung
In einigen Fächern und Regionen verbessert sich die Versorgung leicht. Eine vollständige Entspannung ist nicht absehbar. Das Land setzt weiter auf Quereinstieg und Nachqualifizierung, um Lücken zu schließen.
Reformen mit Grenzen
Tablets, Ganztagsbetreuung und Gehaltserhöhungen verbessern die Lernbedingungen für viele der 890.000 Schülerinnen und Schüler im Land. Ohne ausreichend Lehrpersonal stoßen diese Maßnahmen jedoch schnell an ihre Grenzen. Die Bildungspolitik in Hannover steht weiter unter Druck.
