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Niedersachsen soll bis 2035 zu einem der innovativsten Bundesländer Deutschlands werden. Dafür hat ein unabhängiger Innovationsrat einen Zukunftsplan erarbeitet. Ministerpräsident Olaf Lies und Wissenschaftsminister Falko Mohrs, beide SPD, stellten das Papier Ende September vor.
Kapitalzugang für junge Unternehmen im Fokus
Das Kernproblem ist bekannt: Viele Start-ups scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an fehlendem Geld. Forschungsergebnisse aus niedersächsischen Hochschulen und Instituten schaffen es zu selten auf den Markt. Der Zukunftsplan soll das ändern.
Eine zentrale Forderung des Rates lautet: den Zugang zu Wachstumskapital erleichtern. Junge Unternehmen sollen Investitionen schneller und einfacher einwerben können. Dafür ist eine sogenannte Scaleup-Plattform geplant, die Start-ups mit Investoren zusammenbringen und den Sprung vom Forschungslabor in den Markt beschleunigen soll.
Drei Branchen im Mittelpunkt
Der Innovationsrat benennt konkrete Schwerpunkte. Robotik, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie gelten als zentrale Wachstumsbranchen, in denen das Land die größten Chancen sieht.
Niedersachsen hat eine breite Hochschullandschaft. Universitäten in Hannover, Braunschweig und Göttingen forschen in genau diesen Bereichen. Der Plan sieht vor, dieses Potenzial gezielter in wirtschaftliche Wertschöpfung zu überführen.
Forschung schneller in Unternehmen überführen
Bisher vergehen zwischen einer Entdeckung im Labor und einem marktfähigen Produkt oft viele Jahre. Der Zukunftsplan will diesen Prozess beschleunigen. Konkrete Transferprogramme sollen Wissenschaftler dabei unterstützen, Ausgründungen zu wagen.
Der Innovationsrat empfiehlt außerdem, Bürokratiehürden für Gründer abzubauen. Genehmigungsverfahren und Fördermittelzugang sollen einfacher werden. Für viele Start-ups ist der Verwaltungsaufwand heute ein ernstes Hindernis.
Lies übernimmt Vorsitz des Innovationsrates
Ministerpräsident Olaf Lies sitzt dem Innovationsrat selbst vor. Die Landesregierung will das Thema zur Chefsache machen. Lies betonte, Niedersachsen habe gute Voraussetzungen für die Märkte der Zukunft. Der Zukunftsplan sei Empfehlung und Ansporn zugleich.
Wissenschaftsminister Falko Mohrs betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Forschung allein reiche nicht. Es brauche auch den Willen, Ergebnisse in Produkte und Arbeitsplätze umzuwandeln.
Schwieriger Rahmen: weniger EU-Geld für Regionen
Der Zukunftsplan entsteht in einem schwierigen Umfeld. Niedersachsen erhält von der Europäischen Union deutlich weniger Regionalfördermittel als in der vergangenen Förderperiode. Der Rückgang beträgt rund 30 Prozent, was eigene Förderprogramme wichtiger macht.
Gleichzeitig investiert das Land massiv in seine Infrastruktur. Bis 2029 sollen rund 500 Millionen Euro in Straßen, Brücken und Radwege fließen. Beides soll Niedersachsen als Wirtschaftsstandort attraktiver machen.
Standort Niedersachsen soll sichtbarer werden
Parallel zum Innovationsplan läuft eine neue Standortkampagne der rot-grünen Landesregierung. Bis Ende 2027 stehen dafür bis zu zehn Millionen Euro bereit. Die Kampagne soll das Bild Niedersachsens nach außen schärfen.
Der Innovationsrat bündelt Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und gibt der Landesregierung unabhängige Empfehlungen. Verbindlich sind sie nicht. Die politische Umsetzung liegt bei Lies und seinem Kabinett.
Ehrgeizige Ziele, offene Finanzierungsfragen
Der Zukunftsplan des Innovationsrates setzt klare Prioritäten. Robotik, KI und Biotechnologie sind die Felder, auf die Niedersachsen setzen will. Der Weg dorthin führt über bessere Kapitalversorgung für Start-ups und schnellere Transferprozesse aus der Forschung.
Wie genau die Maßnahmen finanziert werden sollen, ist noch nicht abschließend geklärt. Der Plan ist zunächst eine Empfehlung. Die Landesregierung muss nun konkrete Programme und Budgets daraus ableiten.
