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Niedersachsen verliert Einwohner. Ende 2025 lebten laut Landesamt für Statistik rund 8 Millionen Menschen im Land. Das waren gut 3.600 weniger als Ende 2024. Hinter dieser Gesamtzahl stecken jedoch große regionale Unterschiede.
Göttingen wächst, Northeim schrumpft
Der Landkreis Göttingen verzeichnete im vergangenen Jahr ein vergleichsweise kräftiges Bevölkerungswachstum. Der direkt benachbarte Landkreis Northeim dagegen verzeichnete den stärksten Rückgang im gesamten Land.
Geografische Nähe schützt offenbar nicht vor gegensätzlichen demografischen Entwicklungen. Wirtschaftliche Attraktivität, Infrastruktur und Wohnraumangebot beeinflussen, wohin Menschen ziehen.
Ausländische Bevölkerung wächst weiter
Während die Gesamtbevölkerung leicht sinkt, steigt die Zahl ausländischer Einwohner. Ende 2025 hatten rund 11,7 Prozent aller Menschen in Niedersachsen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Im Vorjahr 2024 waren es noch 931.510 Personen, ein Anstieg von 0,7 Prozent.
Besonders hoch ist der Anteil in den Städten. In Hannover hatte jede fünfte Person keine deutsche Staatsangehörigkeit, konkret 21,4 Prozent. In Salzgitter lag der Anteil mit 21,3 Prozent ähnlich hoch.
Stadt und Land driften auseinander
Die Zahlen bestätigen ein bekanntes Muster: Städte und wirtschaftsstarke Regionen ziehen Menschen an, ländliche Regionen verlieren Einwohner. Dieser Prozess läuft seit Jahren.
Für Kommunalpolitiker in schrumpfenden Regionen bedeutet das Druck: weniger Steuereinnahmen, sinkende Nachfrage nach Kitas und Schulen, Probleme bei der Grundversorgung. Wachsende Städte kämpfen gleichzeitig mit Wohnungsmangel und steigenden Mieten.
Wanderungsbewegungen als zentraler Faktor
Neben der natürlichen Bevölkerungsentwicklung beeinflussen Wanderungsbewegungen die Einwohnerzahlen. Ob mehr Menschen nach Niedersachsen zuzogen oder das Land verließen, wertet das Landesamt für Statistik in seiner Wanderungsstatistik aus. Die Unterschiede zwischen Göttingen und Northeim zeigen, dass innerhalb Niedersachsens erhebliche Binnenwanderung stattfindet.
Langfristiger Trend setzt sich fort
Der leichte Rückgang der Einwohnerzahl ist kein neues Phänomen. Auch in den Jahren zuvor sank die Bevölkerungszahl. Das Gesamtbild bleibt stabil: Niedersachsen hat rund 8 Millionen Einwohner, verliert aber kontinuierlich kleine Mengen.
Unterschiedliche Strategien gefragt
Wachsende Regionen brauchen Investitionen in Wohnraum und Infrastruktur, schrumpfende Regionen gezielte Förderung, um Abwanderung zu bremsen. Laut Landesamt für Statistik entwickeln sich die Regionen des Landes zu unterschiedlich, als dass eine einheitliche Landesstrategie ausreichen würde.
