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Körperverletzung, Bedrohung, Raub: An Niedersachsens Schulen ereignen sich Jahr für Jahr tausende Straftaten. Das Landeskriminalamt registrierte zuletzt 5.053 Straftaten im Schulkontext, rund 200 mehr als im Vorjahr. Die Landesregierung reagiert mit einem Notfallplan und setzt auf Prävention durch Sozialarbeit.
Straftaten auf hohem Niveau
Das Landeskriminalamt Niedersachsen zählte in einem aktuellen Jahresbericht 5.053 Straftaten im Schulkontext. Bereits 2024 wurden insgesamt 5.350 solcher Vorfälle erfasst. Die Fälle reichen von einfacher Körperverletzung über Bedrohungen bis hin zu Raub.
Lehrer und Schulpersonal stehen damit täglich unter Druck. Gewerkschaften und Lehrerverbände fordern seit Langem mehr Unterstützung. Ihre Kernforderung: mehr Schulsozialarbeiter an Schulen im ganzen Land.
Notfallplan mit konkreten Vorgaben
Die niedersächsische Landesregierung hat auf die anhaltend hohen Fallzahlen reagiert und einen Notfallplan entwickelt. Darin enthalten ist ein Leitfaden, der beschreibt, wie Schulen bei Vorfällen vorgehen sollen.
Der Plan sieht klare Zuständigkeiten vor. Schulen sollen wissen, wer bei einem Vorfall informiert wird und welche Schritte folgen. Das soll Unsicherheit bei Lehrkräften und Schulleitungen reduzieren.
Sozialarbeit als zentrales Instrument
Ein Schwerpunkt des Plans liegt auf Prävention. Die Landesregierung setzt dabei auf mehr Schulsozialarbeit. Sozialarbeiter sollen Konflikte frühzeitig erkennen und entschärfen. Sie arbeiten direkt an den Schulen und sind Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern.
Dieser Ansatz ist nicht neu, die Finanzierung war bislang die offene Frage. Wie viele neue Stellen konkret geschaffen werden sollen, hat die Landesregierung noch nicht abschließend kommuniziert.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Niedersachsen steht mit dem Problem nicht allein. Auch andere Bundesländer verzeichnen hohe Fallzahlen im Schulkontext. Hamburg meldete zuletzt rund 5.000 Straftaten pro Jahr. Dort hieß es, die Zahlen hätten sich nach dem Anstieg infolge der Corona-Pandemie auf hohem Niveau beruhigt.
Niedersachsen verfolgt einen ähnlichen Erklärungsansatz: Die Pandemie habe soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen geschwächt. Schulen müssten dieses Defizit nun auffangen, was viele Einrichtungen ohne zusätzliche Unterstützung überfordere.
Breites Spektrum an Vorfällen
Körperverletzung macht einen Großteil der registrierten Fälle aus. Hinzu kommen Bedrohungen und Nötigungen sowie Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Raub. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da nicht jeder Vorfall angezeigt wird.
Schulen sollen Bildung vermitteln und gleichzeitig für Sicherheit sorgen. Ohne externe Unterstützung stoßen sie dabei an Grenzen.
Fazit
Der Notfallplan gibt Schulen eine klare Orientierung für den Umgang mit Vorfällen. Ob mehr Sozialarbeiter langfristig die Ursachen von Schulgewalt bekämpfen können, wird von der Geschwindigkeit und dem Umfang abhängen, in dem die Stellen tatsächlich besetzt werden.
