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Niedersachsen altert. Das Landesamt für Statistik hat zum Stichtag 31. Dezember 2025 ein Durchschnittsalter von 45,2 Jahren für die Bevölkerung des Landes ermittelt. Im Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 43,8 Jahren. Der Anstieg beträgt damit 1,4 Jahre innerhalb von 14 Jahren.
Niedersachsen im Mittelfeld der Bundesländer
Im bundesweiten Vergleich liegt Niedersachsen im Mittelfeld. Der nationale Altersdurchschnitt beläuft sich auf 44,6 Jahre, Niedersachsen liegt knapp darüber. Sachsen-Anhalt hat mit 48,4 Jahren den höchsten Wert, Mecklenburg-Vorpommern folgt mit 48,8 Jahren, Thüringen mit 47,9 Jahren.
Am jüngsten ist die Bevölkerung in Hamburg mit einem Altersdurchschnitt von 42,3 Jahren. Berlin folgt mit 42,8 Jahren, Bremen mit 43,2 Jahren. Unter den Flächenländern liegt Baden-Württemberg mit 44,0 Jahren am niedrigsten. Schleswig-Holstein liegt ähnlich wie Niedersachsen im Mittelfeld.
Stadtstaaten ziehen junge Menschen an
Die Zahlen zeigen ein klares Muster: Stadtstaaten haben deutlich jüngere Bevölkerungen als Flächenländer. Hamburg, Berlin und Bremen verzeichnen Zuzug junger Arbeitskräfte und Studierender. Flächenländer mit strukturschwachen Regionen altern schneller, besonders die ostdeutschen Länder.
Seit 1990 ist der bundesweite Altersschnitt um 5,3 Jahre gestiegen. Geburtenstarke Jahrgänge aus den 1950er und 1960er Jahren rücken ins Rentenalter vor.
Folgen für Arbeitsmarkt und Daseinsvorsorge
Ein höheres Durchschnittsalter hat konkrete Konsequenzen. Der Bedarf an Pflegepersonal steigt. Der Fachkräftemangel verschärft sich, weil weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken. Kommunen müssen ihre Infrastruktur anpassen: weniger Schulen, mehr Pflegeeinrichtungen.
Niedersachsen ist ein Flächenland mit großen regionalen Unterschieden. Städte wie Hannover, Braunschweig und Oldenburg ziehen jüngere Menschen an. Ländliche Regionen, etwa im Wendland oder im Harz, weisen höhere Altersdurchschnitte auf. Diese Lücke dürfte sich weiter vergrößern.
Rentensystem unter Druck
Eine alternde Bevölkerung belastet das umlagenfinanzierte Rentensystem. Weniger Beitragszahler müssen für mehr Rentner aufkommen. Dieser Effekt ist bundesweit spürbar, trifft aber Länder mit älteren Bevölkerungen stärker.
Zuwanderung als demografischer Faktor
Zuwanderung kann den Alterungsprozess verlangsamen. Junge Zuwanderer senken den Altersdurchschnitt, wovon Stadtstaaten stärker profitieren als ländlich geprägte Bundesländer. Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren ebenfalls Zuwanderer aufgenommen. Ob das den Alterungstrend dauerhaft bremst, bleibt offen.
Niedersachsen muss sich anpassen
Der Anstieg des Durchschnittsalters um 1,4 Jahre seit 2011 ist ein deutliches Signal. Niedersachsen muss sich auf eine ältere Gesellschaft einstellen, was Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Infrastruktur betrifft. Die Landesregierung steht vor der Aufgabe, ländliche Regionen attraktiv zu halten. Gelingt das nicht, dürfte der Alterungsprozess weiter zunehmen.
