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63.402 Kinder kamen im Jahr 2025 in Niedersachsen zur Welt. Das sind 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr, als noch 65.646 Geburten verzeichnet wurden. Das Landesamt für Statistik Niedersachsen hat die Zahlen jetzt veröffentlicht.
Vier Jahre, 17 Prozent weniger Geburten
Im Jahr 2021 wurden in Niedersachsen noch 76.441 Kinder lebend geboren. Bis 2025 sank diese Zahl um rund 17 Prozent. Das entspricht mehr als 13.000 Geburten weniger binnen vier Jahren.
Die Geburtenrate sank auf 1,38 Kinder je Frau. Dieser Wert liegt unter dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von etwa 2,1 Kindern je Frau. Das bedeutet: Die Bevölkerung kann sich ohne Zuwanderung langfristig nicht selbst erhalten.
Niedersachsen trotzdem Bundesspitze
Trotz des Rückgangs belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich erneut den Spitzenplatz bei der Geburtenrate und liegt damit über dem deutschen Durchschnitt.
Bundesweit wurden 2025 insgesamt 654.241 Kinder geboren. Das ist der niedrigste Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die bundesweite Geburtenrate lag bei 1,32 Kindern je Frau. Niedersachsen übertrifft diesen Wert mit 1,38 merklich.
Strukturelle Herausforderungen für Gesellschaft und Wirtschaft
Sinkende Geburtenzahlen haben konkrete Folgen. Weniger Kinder bedeuten langfristig weniger Erwerbstätige. Das belastet die Rentenkassen und den Arbeitsmarkt. Kitas, Schulen und Kinderarztpraxen werden weniger ausgelastet. Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung.
Für Niedersachsen als Flächenland mit vielen ländlichen Regionen ist das besonders relevant. In strukturschwachen Gebieten verschärft der Geburtenrückgang den Bevölkerungsschwund. Dort fehlen bereits heute Fachkräfte in vielen Branchen.
Zuwanderung als demografisches Gegengewicht
Demografen weisen darauf hin, dass Niedersachsen seine Bevölkerungszahl bislang durch Zuwanderung stabilisieren konnte. Ohne diesen Ausgleich wäre der Rückgang der Einwohnerzahl deutlich spürbarer. Die Geburtenzahlen allein können die demografische Lücke nicht schließen.
Politisch kaum Bewegung
Familienpolitische Maßnahmen wie der Ausbau der Kinderbetreuung oder finanzielle Unterstützung für Eltern haben den Trend bislang nicht umgekehrt. Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren in den Kita-Ausbau investiert. Die Geburtenzahlen gingen trotzdem zurück.
Als Ursachen für rückläufige Geburtenraten nennen Fachleute steigende Lebenshaltungskosten, Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft und ein verändertes Rollenverständnis in der Gesellschaft.
Spitzenposition tröstet nicht über den Trend hinweg
Niedersachsen steht im bundesweiten Vergleich gut da. Doch die Spitzenposition bei der Geburtenrate verdeckt den Ernst der Lage. Seit 2021 sind die Geburtenzahlen im Land um rund 17 Prozent gefallen. Dieser Rückgang stellt Kommunen, Sozialsysteme und die Wirtschaft vor echte Herausforderungen. Die Statistik ist klar. Die Antworten der Politik sind es noch nicht.
