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Der kanadische Lebensmittelkonzern McCain hat seine Pläne für ein neues Produktionswerk in Niedersachsen gestoppt. Die geplante Pommesfabrik auf dem Gelände des früheren Kohlehafens in Mehrum am Mittellandkanal wird vorerst nicht gebaut. Das Unternehmen teilte dies am 29. September 2026 mit. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies bedauerte die Entscheidung.
Milliardenprojekt vorerst gescheitert
McCain hatte ursprünglich geplant, bis zu eine Milliarde Euro in den Standort Mehrum zu investieren. Das neue Werk sollte bis zu 650 direkte und indirekte Arbeitsplätze im Landkreis Peine schaffen. Für die strukturschwache Region wäre das ein erheblicher wirtschaftlicher Impuls gewesen.
Als Begründung nennt McCain eine Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Ergebnis fiel offenbar negativ aus. Details zu den genauen Ursachen nannte das Unternehmen nicht öffentlich.
Reaktion aus der Landespolitik
Wirtschaftsminister Tonne zeigte sich enttäuscht über die Absage. Das Land Niedersachsen hatte das Vorhaben aktiv begleitet und unterstützt. Mehrum galt als attraktiver Standort: Der Anschluss an den Mittellandkanal ermöglicht den Gütertransport auf dem Wasserweg, was ein wichtiges Argument für die Standortwahl war.
Das Wirtschaftsministerium hatte im Vorfeld von mehreren hundert direkten und indirekten Arbeitsplätzen gesprochen. Für den Landkreis Peine bedeutet der Rückzug einen spürbaren Verlust an wirtschaftlicher Perspektive.
Widerstand vor Ort hatte die Pläne begleitet
Das Projekt war von Beginn an nicht unumstritten. Im benachbarten Hämelerwald regte sich erheblicher Widerstand aus der Bevölkerung. Anwohner befürchteten, dass ein Großteil des Schwerlastverkehrs künftig durch ihren Ort rollen würde. Auch Fragen zur Umweltbelastung und zum Baumbestand in der Region wurden diskutiert.
Ob diese Widerstände Einfluss auf die Entscheidung von McCain hatten, ist nicht bekannt. Das Unternehmen verwies offiziell auf wirtschaftliche Gründe.
Standort Mehrum bleibt vorerst ungenutzt
Das Gelände des früheren Kohlehafens in Mehrum liegt damit weiterhin brach. Für den Landkreis Peine stellt sich nun die Frage, wie das Areal künftig genutzt werden soll. Der Standort gilt grundsätzlich als gut erschlossen und für Industrieansiedlungen geeignet.
McCain selbst schließt eine spätere Realisierung des Projekts nicht grundsätzlich aus. Das Wort „vorerst“ in der Unternehmensmitteilung lässt eine gewisse Offenheit erkennen. Konkrete Zeitpläne oder neue Standortalternativen nannte das Unternehmen jedoch nicht.
Herbe Niederlage für den Wirtschaftsstandort
Der Rückzug von McCain trifft Niedersachsen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Großinvestitionen dieser Größenordnung sind selten. Der Landkreis Peine verliert eine Chance auf substanzielle Wertschöpfung und Beschäftigung. Das Land muss nun prüfen, wie es den Standort Mehrum für andere Investoren attraktiv machen kann.
