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In Lohheide hat die Ausbildung für die späteren Ausbilder eines neuen Waffensystems begonnen. Am Standort in der Lüneburger Heide wird der Schwere Waffenträger Infanterie, kurz sWaTrInf, eingeführt. Das Fahrzeug soll die Kampfkraft der deutschen Jägerverbände erheblich steigern.
Ein Radpanzer ersetzt den veralteten Wiesel
Der Schwere Waffenträger Infanterie basiert auf dem Boxer-Fahrgestell und ist aus dem australischen Combat Reconnaissance Vehicle des Rüstungskonzerns Rheinmetall abgeleitet. Er trägt einen bemannten Turm mit einer 30-Millimeter-Kanone vom Typ Lance Block II.
Das System richtet sich an die Mittleren Kräfte des Heeres und soll den Waffenträger Wiesel ablösen. Der Wiesel ist seit Jahrzehnten im Einsatz und gilt technisch als veraltet. Mit dem neuen Fahrzeug will die Bundeswehr die Durchsetzungsfähigkeit der Infanterie deutlich verbessern.
Deutschland beschafft insgesamt 123 Fahrzeuge zu einem Gesamtpreis von rund 2,7 Milliarden Euro. Produziert werden die Boxer in Australien.
Auslieferung ab Mitte 2026
Die ersten Serienfahrzeuge sollen Mitte 2026 an die Bundeswehr übergeben werden. Ursprünglich war der Zulauf der ersten 19 Fahrzeuge bereits für 2025 geplant. Der Termin verschob sich.
Ein Nachweismuster wurde bereits im Mai 2024 an die Bundeswehr übergeben. Seitdem läuft die technische Erprobung durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).
Lohheide als Ausbildungszentrum
In Lohheide absolvieren derzeit Soldaten eine spezielle Ausbildung. Sie werden später selbst als Ausbilder tätig sein. Das sogenannte Train-the-Trainer-Prinzip ist bei der Einführung komplexer Waffensysteme üblich.
Lohheide liegt im Landkreis Celle. Die Nähe zu großen Truppenübungsplätzen macht den Standort geeignet für die praktische Ausbildung an schweren Fahrzeugen.
Verteidigungsfähigkeit
Das neue Waffensystem ist Teil der Heeresplanung unter dem Stichwort Division 2027, mit der die Bundeswehr ihre Kampfkraft strukturiert ausbaut.
Das Fahrzeug gilt als hochmobil und feuerkräftig. Die 30-Millimeter-Kanone ist gegen leicht gepanzerte Ziele ausgelegt, das Boxer-Fahrgestell schützt die Besatzung.
Die Beschaffung über Australien hat einen strategischen Hintergrund: Australien führt ein baugleiches Fahrzeug bereits ein. Deutschland nutzt die dortigen Erfahrungen und spart Entwicklungskosten.
Ausblick
Die Einführung des Schweren Waffenträgers Infanterie ist aufwendig und teuer. Sie ist Teil eines Modernisierungsprogramms, das die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands stärken soll. Ab Mitte 2026 sollen die ersten Serienfahrzeuge die Truppe erreichen.
