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Zwei Kandidaten, zwei Befragungen, ein Ziel: Vor der Landratswahl 2026 im Kreis Osnabrück machen sowohl der Deutsche Gewerkschaftsbund als auch die Industrie- und Handelskammer Druck. DGB und IHK haben ihre Forderungen an die Bewerber um das Landratsamt öffentlich gemacht. Die Themen überschneiden sich, die Schwerpunkte liegen aber weit auseinander.
DGB befragt Kandidaten in Georgsmarienhütte
Der DGB im Osnabrücker Land hat die beiden Landratskandidaten Uwe Lange und Bjarne Allruth direkt konfrontiert. Schauplatz war Georgsmarienhütte. Die Gewerkschaft wollte wissen: Wie sichern die Kandidaten regionale Arbeitsplätze? Wie stärken sie die Infrastruktur? Wie sorgen sie für bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende?
Gerade der letzte Punkt treibt den DGB um. Wer eine Ausbildung beginnt, verdient wenig. Günstige Unterkünfte fehlen vielerorts. Der DGB sieht den Landkreis in der Pflicht, hier gegenzusteuern. Ohne bezahlbaren Wohnraum, so das Argument, entscheiden sich junge Menschen gegen eine Ausbildung in der Region.
Mobilität als Schlüsselthema
Ein weiteres Kernthema der Gewerkschaft ist die Mobilität. Azubis brauchen verlässliche Verbindungen zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb. Der öffentliche Nahverkehr im Kreis Osnabrück gilt als lückenhaft. Der DGB fordert vom künftigen Landrat konkrete Verbesserungen beim ÖPNV.
Der DGB drängt außerdem auf einen Ausbildungsfonds für Niedersachsen. Das Modell sieht vor, dass alle Unternehmen in einen gemeinsamen Topf einzahlen. Betriebe, die ausbilden, erhalten Mittel zurück. So sollen mehr Ausbildungsplätze entstehen. Ob ein solches Modell auf Kreisebene umsetzbar wäre, bleibt Gegenstand der politischen Debatte.
IHK: Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen gefragt
Die Industrie- und Handelskammer setzt andere Akzente. Für die IHK steht die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Unternehmen im Vordergrund. Bürokratieabbau, schnelle Genehmigungsverfahren und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sind ihre Kernforderungen an die Kandidaten.
Auch die IHK thematisiert den Fachkräftemangel. Der Fokus liegt hier stärker auf der Gewinnung von Arbeitskräften aus dem Ausland und auf der Verzahnung von Schule und Wirtschaft. Unternehmen brauchen Planungssicherheit, lautet die Botschaft der Kammer.
Unterschiedliche Prioritäten, gemeinsames Problem
Trotz unterschiedlicher Perspektiven eint DGB und IHK eine Sorge: Der Kreis Osnabrück kämpft um qualifizierten Nachwuchs. Betriebe finden keine Azubis. Azubis finden keine Wohnungen. Und der Nahverkehr verbindet nicht alle Orte zuverlässig.
Beide Organisationen wollen, dass die Kandidaten konkrete Antworten liefern, keine Absichtserklärungen.
Wahl mit wirtschaftspolitischer Sprengkraft
DGB und IHK haben die Messlatte hoch gelegt. Uwe Lange und Bjarne Allruth müssen zeigen, wie sie Arbeit, Wohnen und Mobilität konkret verbessern wollen. Wer hier überzeugt, hat gute Chancen auf Rückhalt aus Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft gleichermaßen.
