Am 13. September 2026 findet in Niedersachsen die Kommunalwahl statt. Von 8 bis 18 Uhr können Bürgerinnen und Bürger ihre Stimmen abgeben. Neben Stadt- und Gemeinderäten sowie Kreistagen werden auch Ortsräte und Stadtbezirksräte neu besetzt. Es sind die 21. Kommunalwahlen seit 1948. Notwendige Stichwahlen folgen am 27. September 2026.
Was sind Ortsräte und wozu dienen sie?
Ortsräte sind kommunale Gremien auf der untersten Ebene der Selbstverwaltung. Sie vertreten die Interessen einzelner Ortschaften oder Dörfer gegenüber der übergeordneten Gemeinde. Ihre Aufgabe: lokale Belange bündeln und in die Kommunalpolitik einbringen.
Ortsräte befassen sich mit Themen, die das unmittelbare Lebensumfeld betreffen. Dazu gehören etwa Straßenzustände, die Gestaltung von Dorfplätzen oder die Situation örtlicher Einrichtungen. Sie haben kein eigenständiges Budget in größerem Umfang. Ihre Stärke liegt in der Beratung und im Stellungnehmungsrecht gegenüber dem Gemeinderat.
In kreisfreien Städten ohne Ortschaften werden keine Ortsräte gewählt. Nur Gemeinden, die in Ortschaften oder Stadtbezirke gegliedert sind, wählen diese Gremien zusätzlich. In der Region Hannover ist das für viele Dörfer und Ortschaften der Fall.
Wer darf kandidieren?
Für ein Mandat im Ortsrat gelten dieselben Grundvoraussetzungen wie bei anderen Kommunalgremien. Kandidatinnen und Kandidaten müssen die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats besitzen. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt und in der jeweiligen Gemeinde wahlberechtigt sein.
Eine Parteimitgliedschaft ist nicht erforderlich. Auch Einzelpersonen können kandidieren, sofern sie ausreichend Unterstützungsunterschriften sammeln. Das macht Ortsräte für politisch ungebundene Bürgerinnen und Bürger besonders zugänglich.
Ortsräte als Einstieg in die Kommunalpolitik
Viele politisch Aktive beginnen ihre Laufbahn in einem Ortsrat. Die Gremien sind überschaubar, die Themen konkret und die Sitzungen oft weniger formell als in größeren Räten. Wer vor Ort etwas bewegen will, findet hier einen direkten Hebel.
Ortsräte tagen in der Regel mehrmals im Jahr. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, keinen Lohn. Der Zeitaufwand ist geringer als in einem Gemeinderat, der politische Einfluss aber spürbar.
Ablauf der Wahl am 13. September
Die Wahllokale öffnen landesweit um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Wahlberechtigte erhalten rechtzeitig ihre Wahlbenachrichtigung. Wer per Briefwahl abstimmen möchte, muss den Antrag rechtzeitig bei der zuständigen Gemeinde stellen.
Das niedersächsische Kommunalwahlsystem erlaubt es, Kandidaten auf der Wahlliste zu kennzeichnen. Wählerinnen und Wähler können kumulieren und panaschieren, also Stimmen auf verschiedene Kandidaten verteilen. Das stärkt den persönlichen Aspekt der Wahl gegenüber reinen Parteilisten.
Stichwahlen am 27. September
Direkt gewählte Bürgermeister und Landräte werden in einem gesonderten Verfahren bestimmt. Erreicht kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, folgt am 27. September 2026 eine Stichwahl zwischen den beiden Stärksten.
Fazit: Mitgestalten auf der kleinsten Ebene
Ortsräte sind kein Anhängsel der Kommunalpolitik. Sie sind der direkteste Weg für Bürgerinnen und Bürger, ihre unmittelbare Umgebung mitzugestalten. Die Kommunalwahl am 13. September 2026 bietet dazu die Gelegenheit: als Wählende und als Kandidierende.
