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Zwei Exemplare, kaffeebohnengroß und metallisch glänzend: Der Japankäfer ist in Niedersachsen angekommen. Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes fanden die Tiere in Lockstofffallen am Flughafen Hannover-Langenhagen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestätigte den Fund als ersten Nachweis der Art im Bundesland.
Wie der Käfer gefunden wurde
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte am Flughafen gezielt Lockstofffallen aufgestellt. Solche Fallen werden an Flughäfen eingesetzt, weil dort das Risiko einer Einschleppung aus dem Ausland besonders hoch ist. Der Käfer kann mit Flugzeugladungen oder Reisegepäck nach Deutschland gelangen.
Zwei Exemplare gingen dem Pflanzenschutzdienst ins Netz. Fachleute bestimmten die Tiere. Das Ergebnis ist eindeutig: Popillia japonica, der Japankäfer.
Was diesen Schädling gefährlich macht
Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Japan und Ostasien. In Europa wurde er erstmals 2014 in der Lombardei in Norditalien nachgewiesen. Drei Jahre später, 2017, tauchte er im Schweizer Kanton Tessin auf. Im Jahr 2024 gab es Funde an der deutsch-schweizerischen Grenze.
Die Art gilt als einer der schädlichsten Pflanzenfresser überhaupt. Die Käfer fressen an mehr als 300 verschiedenen Pflanzenarten, darunter Obstbäume, Weinreben, Beerensträucher, Mais und viele Zierpflanzen. Befallene Blätter werden skelettiert, also bis auf die Blattrippen abgefressen.
Auch die Larven richten Schaden an. Sie leben im Boden und fressen an Pflanzenwurzeln, was Rasenflächen und landwirtschaftliche Kulturen erheblich schädigen kann.
Meldepflicht und Quarantänestatus
Der Japankäfer ist in der Europäischen Union als Quarantäneschädling eingestuft. Wer ein Exemplar findet, muss dies unverzüglich dem zuständigen Pflanzenschutzdienst melden. Eine Verschleppung des Käfers durch Pflanzenmaterial oder Erdreich ist verboten.
In anderen Bundesländern, etwa im Rheinland, wurden bereits Pufferzonen eingerichtet. Diese Zonen umfassen ein definiertes Gebiet rund um Fundorte. Innerhalb dieser Zonen gelten strenge Vorschriften für den Transport von Pflanzen und Erde.
So erkennt man den Japankäfer
Der Käfer ist etwa zehn bis zwölf Millimeter lang. Sein Vorderkörper schimmert metallisch grün, die Flügeldecken sind kupferbraun. An den Seiten des Hinterleibs sitzen weiße Haarbüschel. Das Muster aus weißen Flecken ist ein sicheres Erkennungsmerkmal.
Verwechslungen mit heimischen Käferarten sind möglich, bei genauerem Hinsehen aber ausgeschlossen. Wer unsicher ist, sollte das Tier nicht töten, sondern einfangen und dem Pflanzenschutzdienst übergeben.
Was nun in Niedersachsen folgt
Der Fund am Flughafen Hannover-Langenhagen löst behördliche Maßnahmen aus. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Pflanzenschutzdienst werden das Umfeld des Fundorts genauer untersuchen. Ziel ist festzustellen, ob sich der Käfer bereits weiter ausgebreitet hat oder ob es sich um Einzeltiere handelt, die per Flugzeug eingeschleppt wurden.
Flughäfen gelten europaweit als neuralgische Punkte für invasive Arten. Der gezielte Einsatz von Fallen an solchen Standorten hat sich bewährt, weil sich Erstnachweise so früh erkennen lassen.
Fazit
Der Japankäfer hat Niedersachsen erreicht. Zwei Exemplare am Flughafen Hannover sind zunächst kein Grund zur Panik, aber ein Warnsignal. Die Behörden reagieren mit Überwachung und Untersuchungen. Landwirte, Gärtner und Privatpersonen sind aufgerufen, aufmerksam zu sein und Funde sofort zu melden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
