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Hohenhameln zeigt, wie Kommunalpolitik und Wirtschaft zusammenarbeiten können. Die rund 13.000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Peine verfolgt eine Wirtschaftsstrategie, die über klassische Gewerbeflächenvermarktung hinausgeht. Der Ansatz: bestehende Unternehmen stärken, Netzwerke aufbauen und den Dialog zwischen Unternehmern und Verwaltung pflegen.
Dialog als Fundament der Wirtschaftsförderung
Bürgermeister Uwe Semper lud im September 2025 zum Wirtschaftsgespräch nach Hohenhameln ein. Mehr als 60 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen zusammen. Sie diskutierten regionale Projekte, aktuelle Entwicklungen und Zukunftsthemen des Standorts. Die Veranstaltung brachte Wirtschaft und Politik an einen Tisch.
Solche Formate sind kein Zufall, sondern Teil einer bewussten Strategie. Die Gemeinde setzt auf regelmäßigen Austausch mit der Wirtschaft. Neue Kontakte, konkrete Gespräche und belastbare Netzwerke sollen daraus entstehen.
Bestand schlägt Neuansiedlung
Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Hohenhameln hat einen klaren Schwerpunkt. Die Pflege des vorhandenen Firmenbestands steht vor der Neuansiedlung. Das weicht von klassischen Förderansätzen ab.
Viele Kommunen konzentrieren sich auf das Werben neuer Betriebe. Hohenhameln geht einen anderen Weg. Vorhandene Unternehmen sollen sich gut aufgehoben fühlen. Die Gemeinde informiert aktiv über den Wirtschaftsstandort und vermarktet Industrie- und Gewerbeflächen gezielt.
Flächen als Steuerungsinstrument
Gewerbeflächen sind ein zentrales Instrument der kommunalen Wirtschaftspolitik. Hohenhameln verwaltet und vermarktet seine Industrie- und Gewerbeflächen mit eigenem Personal. Ziel ist es, Betrieben passende Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und stabilisiert die lokale Wirtschaftsbasis.
Einbettung in regionale Strukturen
Hohenhameln agiert nicht allein. Die Gemeinde ist in die Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft des Landkreises Peine eingebunden. Diese koordiniert übergreifende Projekte und verbindet einzelne Kommunen mit der Regionalpolitik.
Ähnliche Ansätze zeigen sich auch anderswo in Niedersachsen. In Jever stellten 17 Kommunen aus Weser-Ems eine gemeinsame Wirtschaftsstrategie vor, die auf Energiewende, Digitalisierung und Fachkräftemangel zielt. Kommunale Wirtschaftsförderung entwickelt sich damit landesweit weiter.
Fachkräfte und Klimaziele als Querschnittsthemen
Auch Hohenhameln kommt an den großen Herausforderungen nicht vorbei. Fachkräftemangel und Klimaschutz betreffen kleine Kommunen genauso wie Großstädte. Die Gemeinde beteiligt sich am Stadtradeln des Klima-Bündnisses und hat damit die Chance, als beste Newcomer-Kommune ausgezeichnet zu werden.
Modell mit Vorbildcharakter
Das NDR-Format „Hallo Niedersachsen“ hat Hohenhameln am 2. September 2026 als Beispiel für gelungene kommunale Wirtschaftspolitik porträtiert, was dem Modell landesweite Aufmerksamkeit verschafft hat.
Kleine Kommunen stehen vor denselben strukturellen Problemen wie große Städte. Steigende Ausgaben, knappe Einnahmen und wirtschaftlicher Strukturwandel setzen alle unter Druck. Hohenhameln zeigt, dass gezielte Wirtschaftsförderung mit überschaubaren Mitteln möglich ist, wenn der politische Wille zum Dialog mit der Wirtschaft vorhanden ist.
Fazit
Hohenhameln liefert ein praxisnahes Beispiel für kommunale Wirtschaftsförderung. Der Fokus auf bestehende Unternehmen, regelmäßige Gesprächsformate und regionale Vernetzung zahlt sich aus. Für andere Kommunen in Niedersachsen bietet das Modell konkrete Ansatzpunkte. Wirtschaftsförderung beginnt nicht mit großen Förderprogrammen, sondern mit verlässlichem Dialog vor Ort.
