Niedersachsen steht vor einem abrupten Wetterumschwung. Heiße Luft aus Spanien und Nordafrika schiebt sich über Frankreich bis in den Norden Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst warnt bereits vor starker Wärmebelastung. Meteorologen rechnen mit Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad.
Woher kommt die Hitze?
Das Wetterphänomen trägt in der Meteorologie den Namen „Spanish Plume“. Eine Tiefdruckzone nordwestlich der Iberischen Halbinsel ist der Auslöser. Sie saugt heiße Luft aus Spanien, Marokko und der Sahara an. Diese Luftmassen werden quer durch Frankreich bis nach Deutschland gelenkt.
In Spanien liegen die Temperaturen derzeit bei über 40 Grad. Diese Hitze verliert auf dem Weg nach Norden zwar an Intensität. Doch selbst in Niedersachsen kommen noch Spitzenwerte von bis zu 35 Grad an.
Der plötzliche Umschwung überrascht viele. Der Sommer hatte sich in Norddeutschland zuletzt kaum bemerkbar gemacht. Jetzt kommt er mit Nachdruck.
Wie entwickelt sich die Lage im Wochenverlauf?
Ab Dienstag beschleunigt sich die Erwärmung deutlich. Beide großen Wettermodelle, das europäische und das amerikanische, bestätigen diesen Trend. Die Vorhersagen decken sich weitgehend.
Am Dienstag werden in Niedersachsen Temperaturen zwischen 23 und 35 Grad erwartet. Im Süden des Landes wird es dabei besonders heiß. An den Küsten bleibt es etwas kühler. Am Mittwoch hält die Hitze mit Werten bis 34 Grad an.
Die Luft aus dem Südwesten ist zudem sehr feucht. Diese Schwüle verstärkt die gefühlte Wärmebelastung erheblich. Der Deutsche Wetterdienst spricht ausdrücklich von einer „großen Wärmebelastung“.
Hitzegewitter als Begleiterscheinung
Mit der Hitze kommen auch kräftige Gewitter. Die hohe Luftfeuchtigkeit wirkt dabei als Antrieb. Sie liefert den Gewittern zusätzliche Energie.
Besonders ab dem Nachmittag können sich lokale Hitzegewitter entwickeln. Das betrifft vor allem den Süden und die Mitte Niedersachsens. Die genaue Lage solcher Gewitter lässt sich kurzfristig kaum vorhersagen.
Auch das Wochenende bleibt wettertechnisch unbeständig. Im Westen sind weitere Hitzegewitter möglich. Im Osten könnte sich zunächst noch sonniges Wetter halten. Eine sichere Prognose für das Wochenende ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Der Deutsche Wetterdienst hat für Niedersachsen eine Hitzewarnung herausgegeben. Die starke Wärmebelastung soll mindestens bis Freitagabend andauern. Menschen mit Vorerkrankungen sowie ältere Personen gelten als besonders gefährdet.
Mediziner empfehlen grundsätzlich, in den Mittagsstunden körperliche Anstrengungen zu meiden. Viel trinken ist bei solchen Temperaturen unverzichtbar. Kühle Räume bieten Schutz vor Kreislaufproblemen.
Auch Tiere leiden unter extremer Hitze. Landwirte müssen ihre Viehbestände entsprechend versorgen. Außerdem steigt bei anhaltender Trockenheit die Waldbrandgefahr in manchen Regionen Niedersachsens.
Erste Tropennächte möglich
Neben den heißen Tagen drohen auch die Nächte ungemütlich zu werden. Meteorologen halten erste Tropennächte für möglich. Als Tropennacht gilt eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.
Solche Nächte sind für den Norden Deutschlands eher ungewöhnlich. Sie belasten den menschlichen Organismus besonders stark, weil der Körper keine Abkühlung findet. Schlafprobleme und Erschöpfung sind typische Folgen.
Fazit
Niedersachsen steht vor einer der intensivsten Hitzephasen des laufenden Jahres. Temperaturen bis 35 Grad, schwüle Luft und kräftige Gewitter prägen die kommenden Tage. Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, die aktuellen Warnungen aufmerksam zu verfolgen und sich rechtzeitig auf die Hitze einzustellen.
