Nach Regen, Wind und Temperaturen kaum über 20 Grad kommt die Wende. Heiße Luft aus Spanien zieht über Frankreich nach Norddeutschland. Niedersachsen erwartet zum Wochenbeginn Höchstwerte von bis zu 35 Grad. Der Umschwung kommt schnell und deutlich.
Vom Tiefdruckwetter zur Hitzewelle
Noch vor wenigen Tagen bestimmte ein atlantisches Tief das Wetter im Norden. Es zog von der Nordsee über Dänemark nach Südschweden. Das Ergebnis: wechselhaftes, teils stürmisches Wetter in Niedersachsen, Bremen und Hamburg.
Dieser Witterungsabschnitt endet nun abrupt. Die Strömung dreht auf Südwest. Damit öffnet sich der Weg für heiße Luftmassen aus der Iberischen Halbinsel. Meteorologe Özden Terli vom ARD Wetterkompetenzzentrum bestätigte diesen Mechanismus bereits in den vergangenen Tagen.
Ab Freitag sei der Weg frei für deutlich heißere Luft, erklärte Meteorologe Frank Schwanke. Die Höchstwerte klettern täglich um mehrere Grad. Am Wochenende sollen in Niedersachsen 35 Grad erreicht werden.
Die Vorhersage im Detail
Montag: Hitze und erste Gewitter
Am Montag sind 24 bis 35 Grad möglich. Zunächst scheint viel Sonne. Lokal wird es sehr heiß. Am Nachmittag und Abend entstehen einzelne Hitzegewitter. Diese können regional unwetterartig ausfallen.
Dienstag: Warm und weitgehend trocken
Der Dienstag bringt 23 bis 32 Grad. Das Wetter zeigt sich sonnig und überwiegend trocken. Regional bleibt es weiterhin sehr warm bis heiß. Die Gewittergefahr lässt vorübergehend nach.
Hitzegipfel Mitte der Woche
Für die Wochenmitte zeichnet sich der vorläufige Höhepunkt ab. Am Mittwoch sind deutschlandweit Temperaturen bis zu 40 Grad nicht ausgeschlossen. Ab Donnerstag folgen dann kräftige Gewitter und eine spürbare Abkühlung.
Woher kommt die Hitze?
Die Erklärung ist meteorologisch eindeutig. Ein Hochdruckgebiet baut sich über Mitteleuropa auf. Es zieht warme Luft aus Spanien und Frankreich nach Norden. Diese Luftmassen haben sich über der Iberischen Halbinsel stark aufgeheizt.
Tim Staeger vom ARD Wetterkompetenzzentrum erläuterte den Vorgang bereits bei früheren vergleichbaren Wetterlagen. Solche Hitzeblasen aus Südwesteuropa sind in den Sommermonaten kein seltenes Phänomen. Sie können sich innerhalb weniger Tage über weite Teile Mitteleuropas ausbreiten.
Risiken durch Hitzegewitter
Mit der Hitze wächst die Gewittergefahr. Wenn sehr heiße und feuchte Luft auf kühlere Luftmassen trifft, entstehen rasch kräftige Gewitter. Diese können regional mit Starkregen, Hagel und Sturmböen verbunden sein.
Besonders am Montagnachmittag und Montagabend ist in Niedersachsen mit solchen Entwicklungen zu rechnen. Wer Outdoor-Aktivitäten plant, sollte aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes im Blick behalten.
Für vulnerable Gruppen bedeutet anhaltende Hitze über 30 Grad eine ernsthafte Belastung. Dazu zählen ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Herzkreislauferkrankungen. Ausreichend Flüssigkeit und kühle Räume sind in solchen Phasen besonders wichtig.
Fazit
Niedersachsen erlebt einen abrupten Wetterwechsel. Auf wochenlang wechselhaftes Wetter folgt eine intensive Hitzephase. 35 Grad am Wochenende und mögliche Unwetter zu Wochenbeginn verlangen Aufmerksamkeit. Die Abkühlung kommt erst ab Donnerstag, begleitet von kräftigen Gewittern. Bis dahin gilt: Hitze ernst nehmen und vorbeugen.
