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Niedersachsen stellt seine Innovationspolitik auf neue Grundlagen. Ministerpräsident Olaf Lies und Wissenschaftsminister Falko Mohrs, beide SPD, präsentierten am 30. September 2026 in Hannover einen Zukunftsplan. Grundlage ist ein Papier des unabhängigen Innovationsrates des Landes. Ziel: Fördergelder gezielter einsetzen, bürokratische Hürden abbauen und Startups den Weg zu Wachstumskapital erleichtern.
Forschung soll schneller Wirkung zeigen
Ein zentraler Kritikpunkt lautet seit Jahren: Niedersachsen hat starke Universitäten und Forschungseinrichtungen, doch Ergebnisse aus Laboren und Hörsälen schaffen es zu selten in marktreife Produkte. Dieser Transferprozess soll beschleunigt werden.
Das Land will Förderinstrumente stärker bündeln. Bisher verteilen sich Zuschüsse und Programme auf verschiedene Töpfe und Ministerien, künftig soll die Unterstützung koordinierter fließen. Welche konkreten Summen bereitstehen, ließ die Landesregierung offen.
Lies und Mohrs betonten, dass Forschungsergebnisse schneller Arbeitsplätze schaffen müssen. Niedersachsen stehe im Wettbewerb mit anderen Bundesländern und europäischen Regionen. Wer zu langsam transferiert, verliert Talente und Investoren an andere Standorte.
Startups: Kapital bleibt das größte Hindernis
Junge Technologieunternehmen klagen regelmäßig über schwierigen Zugang zu Wachstumskapital. Risikokapitalgeber sind im Norden Deutschlands deutlich seltener aktiv als etwa in Bayern oder Berlin. Das will das Land ändern.
Hürden beim Kapitaleinstieg sollen sinken
Die Landesregierung plant, den Zugang zu Beteiligungsfinanzierung zu vereinfachen. Bestehende Instrumente wie die NBank, die Investitions- und Förderbank des Landes, sollen dabei stärker genutzt werden. Konkrete Programmerweiterungen nannte die Regierung noch nicht.
Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das zunächst: Die Richtung stimmt, aber Details fehlen. Wie hoch die Mittel ausfallen und ab wann neue Angebote greifen, blieb beim Vorstellungstermin Ende September offen.
Innovationsrat als Impulsgeber
Der Innovationsrat Niedersachsen arbeitet unabhängig von der Landesregierung. Er setzt sich aus Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Sein Zukunftsplan ist die inhaltliche Grundlage für die neue Strategie.
Dass die Landesregierung diesen Plan aufgreift, gilt als politisches Signal: Hannover will externe Expertise stärker nutzen, statt Förderpolitik ausschließlich intern zu entwickeln.
Schwerpunkt auf Zukunftstechnologien
Welche Technologiebereiche künftig besonders gefördert werden, nannte die Landesregierung nicht im Detail. Der Begriff Zukunftstechnologien umfasst typischerweise Felder wie Künstliche Intelligenz, Wasserstoff, Quantencomputing oder grüne Materialien. Niedersachsen hat in einigen dieser Bereiche bereits Forschungsstärken, etwa durch die Leibniz Universität Hannover oder das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig.
Die neue Strategie soll diese Stärken gezielter nutzen. Statt Gießkannenprinzip soll Schwerpunktsetzung gelten: Nicht jede Technologie wird gleich stark unterstützt. Wer in definierten Zukunftsfeldern forscht oder gründet, soll bessere Chancen auf Förderung haben.
Umsetzung offen
Die Landesregierung sendet mit dem Zukunftsplan ein Signal an Gründer, Investoren und Forschungseinrichtungen: Niedersachsen will im Innovationswettbewerb der Bundesländer nicht zurückfallen. Der Plan des Innovationsrates gibt dafür eine inhaltliche Grundlage.
Wie viel Geld das Land tatsächlich bereitstellt und wann neue Programme starten, muss die Landesregierung noch konkretisieren. Ohne klare Finanzierung bleiben Strategiepapiere Absichtserklärungen.
