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Die Demokratiezufriedenheit in Niedersachsen hat einen neuen Tiefstand erreicht. Das zeigt der Demokratie-Monitor 2025, den das Göttinger Institut für Demokratieforschung an der Universität Göttingen vorgelegt hat. Drei von zehn Niedersachsen wünschen sich einen starken Führer, der ohne Parlament und Parteien regiert.
Rekordtief bei Demokratiezufriedenheit
Für die Studie wurden 1.498 Niedersachsen ab 16 Jahren befragt. Die Erhebung fand von August bis Oktober 2025 statt. Den Niedersächsischen Demokratie-Monitor gibt es seit 2019. Die aktuellen Ergebnisse sind die schlechtesten seit Beginn der Erhebung.
Besonders kritisch urteilen Menschen zwischen 30 und 50 Jahren. Diese Altersgruppe zeigt überdurchschnittlich hohe Unzufriedenheitswerte mit dem politischen System. Die Forscher sehen darin ein strukturelles Problem für die Demokratie.
Das Bekenntnis zur Demokratie als Staatsform ist trotz der Unzufriedenheit noch weitgehend stabil. 93 Prozent der Befragten unterstützen die Demokratie grundsätzlich. Systemakzeptanz und Systemzufriedenheit klaffen dennoch weit auseinander.
Rechtsverschiebung im Selbstbild der Bevölkerung
Mehr Niedersachsen als in den Vorjahren ordnen sich selbst politisch rechts ein. Das Göttinger Institut bezeichnet diese Verschiebung im politischen Selbstbild als zentrale Herausforderung für die Demokratie im Land.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Parteien wider. AfD und Linke verzeichnen in Niedersachsen deutliche Mitgliederzuwächse. Der Linke-Landesverband zählt inzwischen fast 10.400 Mitglieder, 2024 waren es noch rund 3.300.
Offenheit für autoritäre Regierungsformen
Die Göttinger Forscher messen eine wachsende Offenheit für autoritäre Alternativen. 30 Prozent der Befragten wünschen sich einen Führungsstil, der ohne parlamentarische Kontrolle auskommt. Diese Zahl ist gegenüber früheren Erhebungen gestiegen.
Von einer Systemkrise sprechen die Forscher dennoch nicht. Die große Mehrheit hält formal an der Demokratie fest. Die wachsende Sympathie für autoritäre Modelle zeige aber, dass Vertrauen in demokratische Institutionen verloren gegangen sei.
Politische Konsequenzen ungeklärt
Was die Ergebnisse für die Landespolitik bedeuten, ist offen. Die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Stephan Weil hat sich zu den Studienergebnissen bislang nicht öffentlich geäußert. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung legt den Monitor alle zwei Jahre vor.
