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Um vier Uhr morgens kam die Nachricht auf Friedrich Merz‘ Handy. Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sagte ab. Er wolle das Amt des Bundesverkehrsministers doch nicht übernehmen. Merz soll die Nachricht erst gegen sechs Uhr gelesen haben. Für den Kanzler war es ein herber Rückschlag. Für die niedersächsische CDU ist es eine weitere Blamage.
Zusage, dann Absage in einer Nacht
Merz hatte Güntzler als Nachfolger von Verkehrsminister Patrick Schnieder vorgesehen. Schnieder sollte im Zuge eines Kabinettsumbaus seinen Posten verlieren. Güntzler galt als designierter Ersatz. Mehrere Medien berichteten bereits über die bevorstehende Personalie.
Güntzler hatte dem Vernehmen nach zunächst zugesagt. Dann kam der Sinneswandel. Mitten in der Nacht zog er seine Zusage zurück. Eine Begründung lieferte er öffentlich nicht. Für eine Stellungnahme war er zunächst nicht erreichbar.
Intern gilt der Vorgang als erklärungsbedürftig. Der abrupte Rückzug sorgte für Verwirrung und Ärger. Merz musste seinen geplanten Kabinettsumbau kurzfristig neu sortieren.
Niedersachsen-CDU unter Druck
Die Stimmung in der niedersächsischen CDU ist angespannt. Der Ärger über Güntzler ist groß, auch unter den Bundestagsabgeordneten aus dem Land. Kritisiert wird vor allem die Unberechenbarkeit seines Handelns.
Merz hatte den Kabinettsumbau als Signal für einen Neustart geplant. Der Vorgang rund um Güntzler hat das beschädigt. Statt Aufbruchstimmung gab es Schlagzeilen über Chaos und Wankelmütigkeit.
Es ist nicht das erste Mal, dass die CDU Niedersachsen beim Rennen um Kabinettsposten leer ausgeht. Auch im ersten Anlauf unter Merz hatte es für das Land nicht gereicht. Ein Ministerposten aus Niedersachsen bleibt damit Fehlanzeige.
Göttinger CDU hält zu Güntzler
Trotz der Kritik von anderen stärkt die Göttinger CDU ihrem Abgeordneten den Rücken. Lokale Parteivertreter äußerten Verständnis für Güntzlers Entscheidung. Details zu seinen Beweggründen nannten sie nicht.
Güntzler sitzt seit Jahren im Bundestag und gilt als profilierter Haushaltspolitiker. Mit dem Verkehrsressort wäre er in ein fachfremdes Ministerium gewechselt. Ob das eine Rolle bei seiner Absage spielte, ist nicht bestätigt.
Merz sucht weiter einen Nachfolger
Für Merz bedeutet der Rückzug Güntzlers zusätzliche Arbeit. Der Kanzler muss nun einen neuen Kandidaten für das Verkehrsministerium finden. Der geplante Zeitplan für den Umbau geriet ins Stocken.
Wenn Namen vorab in die Öffentlichkeit dringen und Kandidaten dann absagen, entsteht politischer Flurschaden. Für Merz war die Nacht-Absage ein vermeidbares Desaster.
Fazit
Die Niedersachsen-CDU bleibt ohne Kabinettsposten in Berlin. Güntzlers Absage hat den Kanzler in Bedrängnis gebracht und die eigene Landespartei beschädigt. Wann und ob ein niedersächsischer CDU-Politiker den Sprung ins Bundeskabinett schafft, ist offen.
