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Die Stadtwerke Göttingen haben die Versorgung eines Wohnblocks in der Groner Landstraße 9 eingestellt. Heizung und Warmwasser funktionieren nicht mehr. Betroffen sind rund 550 Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudes in der Göttinger Weststadt.
Versorgungsstopp nach langem Streit
Der Schritt der Stadtwerke kam nicht ohne Vorwarnung. Bereits zuvor hatten sie mit einer Abschaltung gedroht. Diese blieb offenbar ohne Wirkung. Nun haben die Stadtwerke die Versorgung tatsächlich unterbrochen.
Der Wohnblock in der Groner Landstraße 9 gilt seit Jahren als Problemimmobilie. Das Gebäude ist in einem schlechten baulichen Zustand. Mieterinnen und Mieter beklagen seit Langem Mängel. Der Eigentümer steht seit geraumer Zeit in der Kritik.
Stadt will Mehrheit an der Immobilie übernehmen
Die Stadt Göttingen hat angekündigt, 119 Wohnungen des Komplexes kaufen zu wollen. Damit würde die Kommune zur Mehrheitseigentümerin des Gebäudes. Ziel ist es, Sanierungen voranzutreiben und die Wohnbedingungen dauerhaft zu verbessern.
Bisher hat der private Eigentümer die notwendigen Investitionen offenbar nicht geleistet. Ohne städtischen Eingriff scheint eine Lösung kaum möglich.
Lage der Bewohner ist kritisch
Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter bedeutet der Versorgungsstopp eine erhebliche Belastung. Kein warmes Wasser, keine funktionierende Heizung sind Grundversorgungsleistungen, die in einem Wohngebäude nicht fehlen dürfen.
Wie lange der Zustand anhält, ist derzeit unklar. Die betroffenen Bewohner haben keinen Einfluss auf den Streit zwischen Stadtwerken und Eigentümer.
Strukturproblem im Wohnungsmarkt
Der Fall Groner Landstraße 9 ist kein Einzelfall. In mehreren deutschen Städten sorgen vernachlässigte Großimmobilien für Probleme. Kommunen greifen in solchen Fällen teils zu drastischen Maßnahmen, darunter der Aufkauf der Gebäude.
In Göttingen hat sich die Situation über Jahre aufgestaut. Der geplante Kauf der Wohnungen durch die Stadt ist ein ungewöhnlicher Schritt, den andere Kommunen nach eigenen Angaben aufmerksam verfolgen.
Stadtwerke als Druckmittel
Die Abschaltung zeigt: Auch Versorger haben Grenzen. Offene Forderungen oder technische Mängel an der Anlage können eine Einstellung der Versorgung rechtfertigen. Welcher konkrete Grund hier ausschlaggebend war, ist öffentlich noch nicht vollständig belegt.
Die Stadtwerke handeln in einem rechtlichen Rahmen. Mieterinnen und Mieter können in solchen Fällen Ansprüche gegenüber dem Vermieter geltend machen. Dieser trägt die Verantwortung für die Versorgung der Wohnungen.
Göttingen unter Zeitdruck
Der Versorgungsstopp in der Groner Landstraße 9 ist Folge eines länger schwelenden Konflikts: eine marode Immobilie, ein untätiger Eigentümer, hunderte betroffene Mieter. Bis zur Umsetzung des geplanten Wohnungskaufs durch die Stadt bleibt die Lage der Bewohner schwierig.
