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Die Gewerbesteuerbelastung für Unternehmen in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim hat sich 2026 deutlich verschärft. Zum Jahresbeginn hoben 25 von 119 Kommunen ihre Hebesätze an. Im Vorjahr waren es noch 16 Kommunen. Die Industrie- und Handelskammer schlägt Alarm.
Jede fünfte Kommune erhöht die Steuer
Rund 21 Prozent aller Kommunen in der Region haben den Hebesatz angehoben. IHK-Präsident Uwe Goebel bewertet das als ernste Warnung für den Wirtschaftsstandort.
Goebel bezeichnet die Gewerbesteuer als zentrale Belastung für die Unternehmen. Sie beeinflusse unmittelbar, wie attraktiv ein Standort für Investitionen sei. Wer investieren wolle, schaue genau auf die Steuerlast vor Ort. Höhere Hebesätze könnten Betriebe veranlassen, Investitionen zu verlagern oder ganz zurückzuhalten.
Kommunen unter Finanzdruck
Viele Gemeinden stehen unter erheblichem finanziellem Druck. Steigende Sozialausgaben, teure Infrastrukturprojekte und schwächere Steuereinnahmen belasten die kommunalen Haushalte. Die Gewerbesteuer ist für viele Kommunen eine der wenigen Stellschrauben, die sie direkt beeinflussen können.
Die IHK mahnt dennoch zur Besonnenheit. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für Betriebe direkt. Das gilt vor allem in Phasen schwächerer Konjunktur, wenn die Gewinne ohnehin unter Druck stehen.
Investitionsklima gerät unter Druck
Die IHK macht deutlich: Gewerbesteuererhöhungen sind kein neutrales Haushaltsinstrument. Sie senden ein Signal an Unternehmen, die über Ansiedlungen oder Erweiterungen nachdenken. Ein höherer Hebesatz gegenüber Nachbarkommunen kann den Ausschlag geben.
Die Kammer fordert deshalb Augenmaß bei der Steuerpolitik. Kommunen sollten die langfristigen Folgen für ihre Wirtschaftskraft im Blick behalten. Wer heute die Steuer erhöht, riskiert morgen weniger Gewerbesteuereinnahmen. Abwandernde oder ausbleibende Betriebe hinterlassen Lücken im Haushalt, die schwer zu schließen sind.
Klarer Appell an die Gemeindepolitik
Die IHK appelliert an die Gemeindepolitiker in der Region, Steuererhöhungen nicht als einfachen Ausweg aus Haushaltsnöten zu betrachten. Solide Finanzpolitik und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen gehören zusammen. Kommunen, die Unternehmen gute Bedingungen bieten, sichern sich dauerhaft eine starke Steuerbasis.
Erhöhungen der Hebesätze sollten daher nur das letzte Mittel sein, nachdem alle anderen Möglichkeiten zur Haushaltskonsolidierung geprüft wurden. Das ist die Botschaft der Kammer an die Verantwortlichen in den Rathäusern der Region.
Trend zur Erhöhung
Der Anstieg von 16 auf 25 Kommunen mit Gewerbesteuererhöhungen innerhalb eines Jahres ist ein deutliches Signal. Die IHK hat die Zahlen vorgelegt und ihre Forderung formuliert: Kommunen müssen abwägen, welchen Preis steigende Hebesätze langfristig haben.
