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Deutschland erlebt in diesem Jahr eine historisch schlechte Erdbeerernte. Das Statistische Bundesamt meldet für 2026 gerade einmal 71.300 Tonnen geerntete Freiland-Erdbeeren. Das sind 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Einen solchen Tiefstwert gab es zuletzt vor mehr als 30 Jahren.
Niedersachsen besonders hart getroffen
Niedersachsen ist das wichtigste Anbaugebiet für Erdbeeren und Spargel in Deutschland. Der Rückgang trifft das Bundesland deshalb besonders stark. Das Statistische Bundesamt rechnet für Niedersachsen mit einem Minus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen sind bislang nicht abschließend geklärt.
Auch im bundesweiten Vergleich ist das Ergebnis auffällig. Die durchschnittliche Erntemenge aus dem Zeitraum 2020 bis 2025 wurde in diesem Jahr um knapp ein Viertel unterschritten. 2026 ist damit kein normales Schwankungsjahr, sondern ein echter Ausreißer nach unten.
Weniger Fläche, weniger Ertrag
Anbaufläche schrumpft weiter
Ein wesentlicher Faktor ist die sinkende Anbaufläche. Deutschlandweit bauten Landwirte Erdbeeren im Freiland auf 7.830 Hektar an, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Trend zu kleineren Anbauflächen hält damit an.
Weniger Fläche bedeutet bei gleichbleibenden Erträgen pro Hektar automatisch weniger Gesamternte. 2026 kamen jedoch beide Faktoren zusammen: Die Fläche schrumpfte, und der Flächenertrag ging ebenfalls zurück. Das Ergebnis ist der historische Tiefstand.
Auch Spargel unter Druck
Auch beim Spargel verzeichneten deutsche Landwirte in diesem Jahr einen Rückgang der Erntemenge. Spargel und Erdbeeren werden häufig auf denselben Betrieben und in denselben Regionen angebaut. Niedersachsen führt bei beiden Kulturen.
Für die betroffenen Betriebe bedeutet das eine doppelte Belastung. Wer auf Erdbeeren und Spargel als Standbeine setzt, spürt den Rückgang unmittelbar in der Kasse.
Ursachen bleiben unklar
Warum die Ernte so drastisch ausfiel, ist noch nicht vollständig erklärt. Neben der schrumpfenden Anbaufläche kommen wetterbedingte Einflüsse, Arbeitskräftemangel in der Erntesaison und wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe als mögliche Gründe in Betracht. Gesicherte Aussagen dazu liegen derzeit nicht vor.
Der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft erfasst auch den Erdbeeranbau. Immer weniger Betriebe bewirtschaften immer kleinere Flächen. Für eine arbeitsintensive Kultur wie die Erdbeere ist das ein Problem.
Fazit
Die Erdbeerernte 2026 fällt auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahrzehnten. 71.300 Tonnen sind der schlechteste Wert seit mehr als 30 Jahren. Niedersachsen als wichtigstes Anbaugebiet trägt die Hauptlast. Ob es sich um ein einmaliges Ereignis handelt oder um den Beginn eines anhaltenden Rückgangs, werden die kommenden Jahre zeigen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Der Freiland-Erdbeeranbau in Deutschland steht unter Druck.
