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Niedersachsens Landesregierung fährt mit dem falschen Fuhrpark vor. Die Deutsche Umwelthilfe hat der rot-grünen Koalition in Hannover beim 20. Dienstwagen-Check die Rote Karte erteilt. Grund: zu viele klimaschädliche Fahrzeuge im Einsatz der Spitzenpolitiker.
Lies gehört zu den Schlusslichtern
Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) schneidet in der Bewertung besonders schlecht ab. Sein Dienstwagen stößt deutlich mehr CO2 aus als der Durchschnitt vorbildlicher Landesregierungen. Damit steht Lies stellvertretend für einen Trend in der niedersächsischen SPD-Fraktion des Kabinetts: Verbrenner dominieren die Fahrzeugwahl.
Im bundesweiten Länderranking belegt Niedersachsen Platz 6. Nur Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein erhalten eine gelbe Karte. Alle anderen Bundesländer, darunter Niedersachsen und Bremen, kassieren Rot.
Schlusslicht im Bundesvergleich ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Durchschnitt von 190 Gramm CO2 pro Kilometer. Den besten Wert erzielt der Berliner Senat mit 102 Gramm pro Kilometer.
Grüne Minister stechen positiv heraus
Innerhalb der niedersächsischen Landesregierung gibt es deutliche Unterschiede. Die Minister der Grünen fahren klimafreundlicher als ihre SPD-Kollegen. Umweltminister Christian Meyer erzielt den besten Einzelwert der gesamten Bundesauswertung: Sein Dienstwagen stößt nur 50 Gramm CO2 pro Kilometer aus.
Nur zwei Minister der gesamten Landesregierung fahren rein elektrisch. Die Umwelthilfe kritisiert, Spitzenpolitiker würden ihre Vorbildfunktion nicht erfüllen.
Was der Dienstwagen-Check misst
Die Deutsche Umwelthilfe führt den Dienstwagen-Check seit 20 Jahren durch. Geprüft werden die offiziellen Dienstfahrzeuge von Ministerpräsidenten, Ministern und weiteren Mitgliedern der Landesregierungen. Grundlage ist der CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer. Fahrzeuge mit niedrigen Werten, insbesondere Elektroautos, verbessern die Gesamtbilanz einer Landesregierung erheblich.
Die Bewertungsskala kennt drei Stufen: Grün, Gelb und Rot. Eine Rote Karte signalisiert, dass eine Regierung im Schnitt zu viel CO2 ausstößt und keine ausreichende Elektroquote vorweist.
Kritik an fehlendem Vorbildcharakter
Die Umwelthilfe kritisiert Politiker, die Klimaschutz fordern, aber selbst auf emissionsstarke Fahrzeuge setzen. Dieser Widerspruch trifft vor allem die SPD-geführte Seite des Kabinetts in Hannover. Niedersachsen ist als Standort von Volkswagen und anderen Automobilzulieferern eng mit der Fahrzeugindustrie verbunden. Auf moderne Elektromodelle umgestiegen ist die Landesregierung dennoch kaum.
Fazit
Ministerpräsident Lies und weite Teile des SPD-geführten Kabinetts fahren weiterhin emissionsstarke Verbrenner. Umweltminister Meyer liefert zwar den bundesweit besten Einzelwert, was die Gesamtbilanz aber nicht rettet. Für die Landesregierung bedeutet das beim Dienstwagen-Check 2026 erneut: Rote Karte.
