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Das frühere Karstadt-Kaufhaus in Celle steht leer. Für den Chef der Industrie- und Handelskammer ist das kein Randproblem. Er sieht das Gebäude als zentralen Faktor für die Zukunft der gesamten Innenstadt. Ohne eine Lösung für die Großimmobilie drohe der City ein weiterer Abschwung.
Ein Gebäude mitten in der Fußgängerzone
Leere Kaufhäuser sind kein celler Phänomen. Überall in Deutschland kämpfen Innenstädte mit dem Erbe des stationären Einzelhandels. Warenhauskonzerne wie Karstadt haben in vielen Städten große Lücken hinterlassen. In Celle trifft dieser Leerstand jedoch ins Zentrum. Das Karstadt-Gebäude liegt mitten in der Fußgängerzone. Es ist groß, es ist sichtbar.
Wer an der Immobilie vorbeiläuft, sieht sofort: Hier stimmt etwas nicht. Solche Signalwirkungen haben Folgen. Frequenz bricht weg. Händler in der Nähe spüren das. Die IHK beobachtet diese Entwicklung.
IHK-Chef setzt auf Signalwirkung
Der Hauptgeschäftsführer der zuständigen IHK hat sich klar positioniert. Das Karstadt-Gebäude ist für ihn kein gewöhnlicher Leerstand, sondern eine Schlüsselimmobilie. Eine Lösung für dieses Haus könnte positive Signale für die gesamte Celler Innenstadt senden. Bleibt es leer, droht das Gegenteil.
Die IHK steht damit nicht allein. Auch aus anderen niedersächsischen Städten kennt man das Muster. In Hannover haben ehemalige Karstadt-Flächen die umliegenden Lagen unter Druck gesetzt. Dort sucht man seit Jahren nach tragfähigen Nachnutzungen. Manche Lösungen zeichnen sich ab, bei anderen geht es kaum voran.
Nachnutzung bleibt kompliziert
Warum ist die Vermarktung solcher Häuser so schwierig? Warenhäuser wurden für einen einzigen Zweck gebaut: für den Masseneinzelhandel auf großer Fläche. Tiefgeschosse, breite Verkaufsetagen, wenig Tageslicht in den oberen Stockwerken. Das macht Umnutzungen aufwendig und teuer.
Wohnnutzung, Gastronomie, Kultur oder Büros klingen als Alternativen gut. In der Praxis stoßen Investoren schnell an Grenzen. Baurecht, Brandschutz und Statik stellen hohe Hürden auf. Eigentümer und Kommunen müssen eng zusammenarbeiten. Das gelingt nicht immer reibungslos.
Mischnutzung als möglicher Weg
Mischnutzungskonzepte gelten als realistischer Ausweg. Ein Teil der Fläche könnte für Handel genutzt werden, ein anderer für Gastronomie oder Dienstleistungen. Dachgeschosse lassen sich in manchen Fällen zu Wohnungen ausbauen. Solche Konzepte brauchen jedoch einen langen Atem und Investoren, die bereit sind, Risiken einzugehen.
Stadt und IHK gefordert
Die IHK kann in diesem Prozess beraten und vermitteln. Die Entscheidungshoheit liegt bei Eigentümern und der Stadtverwaltung Celle. Baugenehmigungen, Nutzungskonzepte und Förderprogramme liegen in kommunaler Hand. Die IHK fordert Tempo. Jedes weitere Jahr Leerstand kostet Frequenz und Vertrauen.
Leerstand als strukturelles Problem
Das Karstadt-Thema steht für ein größeres Problem. Der Strukturwandel im Einzelhandel hat viele niedersächsische Innenstädte verändert. Online-Handel, veränderte Konsumgewohnheiten und steigende Betriebskosten haben dazu beigetragen. Kommunen müssen ihre Innenstädte neu denken.
Celle hat dabei durchaus Stärken. Die historische Altstadt mit ihrem Fachwerk zieht Besucher an, die Infrastruktur ist gut. Aber nur, wenn zentrale Immobilien nicht dauerhaft brachliegen, lässt sich diese Ausgangslage nutzen.
Handeln oder Abwarten kostet
Das Karstadt-Gebäude ist mehr als eine einzelne Problemimmobilie. Es ist ein Test für die Handlungsfähigkeit der Stadt. Wer schnell und konsequent Lösungen angeht, schützt die gesamte Celler Innenstadt. Wer wartet, riskiert einen Dominoeffekt.
