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Der Getränkehersteller Berentzen aus Haselünne im Landkreis Emsland steckt tief in der Krise. Volle Lager beim Einzelhandel, schwache Nachfrage nach Hochprozentigem und einbrechende Gewinne zwingen das niedersächsische Unternehmen, seine Ziele für 2026 deutlich nach unten zu korrigieren.
Zahlen sprechen eine klare Sprache
Im ersten Quartal 2026 schrumpfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund zehn Prozent auf 35,2 Millionen Euro. Noch drastischer fiel der Einbruch beim Gewinn aus. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern sank um mehr als 80 Prozent auf nur noch rund 200.000 Euro.
Auch das erste Halbjahr insgesamt zeigt keine Erholung. Der Umsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn lag im gleichen Zeitraum bei rund 600.000 Euro, im Vorjahreszeitraum deutlich höher.
Überfüllte Lager als Hauptursache
Der Grund für die schlechten Zahlen liegt vor allem in der Vorgeschichte. Ende 2025 schwächelte die Nachfrage nach Spirituosen bereits. Der Einzelhandel verkaufte weniger Schnaps als erwartet, die Lager waren zu Beginn des Jahres 2026 noch gut gefüllt.
Wer volle Lager hat, bestellt weniger nach. Berentzen bekam diese Kettenreaktion direkt zu spüren. Neue Bestellungen blieben aus, der Absatz stagnierte. Das Unternehmen produziert unter anderem bekannte Marken im Bereich Korn und Spirituosen.
Struktureller Wandel im Konsumverhalten
Hinter den schwachen Verkaufszahlen steckt mehr als ein kurzfristiger Effekt. Die Nachfrage nach Hochprozentigem geht in Deutschland seit Jahren zurück. Verbraucher trinken seltener Schnaps, Gesundheitsbewusstsein und verändertes Freizeitverhalten tragen dazu bei.
Für einen Anbieter wie Berentzen, dessen Kerngeschäft auf Spirituosen beruht, ist das eine strukturelle Herausforderung. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren versucht, sich breiter aufzustellen. Der Markt bleibt schwierig.
Jahresziele nach unten korrigiert
Ursprünglich hatte Berentzen für 2026 einen Umsatz zwischen 163 und 173 Millionen Euro angepeilt. Der Betriebsgewinn sollte zwischen 7 und 9 Millionen Euro liegen. Diese Prognose ist nach dem schwachen Halbjahr nicht mehr haltbar.
Das Unternehmen hat die Jahresziele offiziell gekappt. Konkrete neue Zielwerte für das Gesamtjahr nannte Berentzen zunächst nicht. Man werde die weitere Entwicklung beobachten und gegebenenfalls weitere Anpassungen vornehmen.
Unternehmen zieht Konsequenzen
Berentzen reagiert auf die Lage. Details zu geplanten Maßnahmen nannte das Unternehmen bislang nicht. Der Druck auf das Management ist hoch.
Das Unternehmen beschäftigt am Standort Haselünne mehrere hundert Mitarbeiter. Für die Region im Emsland ist Berentzen ein bedeutender Arbeitgeber. Wie sich die wirtschaftliche Lage auf die Belegschaft auswirkt, ist derzeit offen.
Schwieriges Jahr für den Emsländer Getränkehersteller
Berentzen kämpft 2026 gegen volle Handelslager, sinkende Nachfrage und einen massiven Gewinnrückgang. Die gestrichenen Jahresziele sind ein deutliches Signal. Ob das zweite Halbjahr eine Wende bringt, hängt davon ab, wie schnell sich die Lager beim Handel leeren und die Nachfrage nach Spirituosen wieder anzieht.
