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Die Norddeutsche Landesbank steht unter dem Druck der Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat bei der NordLB mit Sitz in Hannover gewichtige Mängel in der Geldwäscheprävention festgestellt und die Landesbank förmlich angewiesen, diese Defizite zu beseitigen.
Veraltete Kundendaten und lückenhafte Prüfprozesse
Im Mittelpunkt der Bafin-Kritik steht die Aktualisierung von Kundendaten. Die NordLB hat offenbar über längere Zeit versäumt, Informationen zu ihren Kunden aktuell zu halten. Das ist ein zentrales Element der gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfaltspflichten im Bankgeschäft.
Die Aufsichtsbehörde bemängelt außerdem Rückstände in der Bearbeitung sowie lückenhafte Prüfprozesse. Banken sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden zu kennen und verdächtige Transaktionen zu erkennen. Wer Kundendaten nicht pflegt, verliert genau diese Fähigkeit.
Die Bafin hat der NordLB aufgegeben, angemessene und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, und überwacht die Umsetzung. Konkrete Fristen oder Sanktionen wurden öffentlich nicht genannt.
Landesbank in Niedersachsens Eigentümerschaft
Die NordLB gehört mehrheitlich dem Land Niedersachsen, dem größten Anteilseigner. Die Niedersächsische Landesregierung trägt damit indirekt Mitverantwortung für die Governance der Bank.
Die Landesbank hatte in der Vergangenheit bereits erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Problematische Schiffskredite hatten die NordLB in eine Schieflage gebracht, woraufhin eine milliardenschwere Rettung durch die öffentlichen Eigentümer nötig wurde. Seitdem befindet sich das Institut in einem umfassenden Umbau.
Die Rüge durch die Bafin trifft die Bank in einer Phase, in der sie Vertrauen zurückgewinnen will. Mängel in der Geldwäscheprävention sind für ein Kreditinstitut heikel: Sie können Reputationsschäden verursachen und weitere Aufsichtsmaßnahmen nach sich ziehen.
Bafin geht bundesweit gegen Banken vor
Die NordLB ist mit diesem Problem nicht allein. Die Bafin hat in den vergangenen Jahren mehrfach bei verschiedenen Kreditinstituten Mängel bei der Geldwäscheprävention festgestellt und ihr Vorgehen in diesem Bereich deutlich verschärft.
Europäische und nationale Vorschriften verlangen von Banken strikte Kontrollen: Kunden müssen identifiziert, Transaktionen überwacht und verdächtige Aktivitäten den zuständigen Stellen gemeldet werden. Wer diese Pflichten vernachlässigt, riskiert behördliche Eingriffe.
Handlungsdruck auf die Bank wächst
Die NordLB muss nun zügig handeln. Die Bafin-Anordnung ist verbindlich. Ein Ignorieren hätte weitreichende Folgen. Die Bank hat signalisiert, die Mängel ernst zu nehmen und die geforderten Maßnahmen umzusetzen.
Für die niedersächsische Landespolitik ist der Vorgang unangenehm. Die NordLB ist ein Staatsinstitut, Versäumnisse dort fallen auch auf die politisch Verantwortlichen zurück. Der Landtag in Hannover dürfte das Thema aufgreifen.
Fazit
Die Bafin-Rüge gegen die NordLB ist ein ernstes Signal. Die Hannoveraner Landesbank muss ihre internen Kontrollsysteme grundlegend verbessern. Veraltete Kundendaten und unvollständige Prüfprozesse sind keine Kleinigkeiten: Sie gefährden die Integrität des Instituts. Für ein Geldinstitut in öffentlicher Hand wiegt das besonders schwer.
