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Boßeln, Krabbenpulen und Pultstockspringen als Videospiel: Ein Entwicklerteam aus Aurich hat ostfriesische Alltagskultur in ein Retro-Arcade-Spiel verwandelt. Auf der Gamescom 2026 in Köln stellten Tim Bruns und Katrin Feddermann ihr Projekt „Ostfriesland Games“ einem breiten Publikum vor.
Pixel-Ostfriesland im Retro-Look
Das Spiel orientiert sich an klassischen Sportspiel-Sammlungen der 1980er Jahre. Vorbilder sind Titel wie Summer Games oder Hyper Olympics. Statt olympischer Disziplinen warten typisch ostfriesische Wettbewerbe auf die Spieler.
Fünf Disziplinen stehen zur Auswahl: Boßeln, Krabbenpulen, Schlickschlittenrennen, Pultstockspringen und die ostfriesische Teezeremonie. Die Grafik ist bewusst im Pixel-Art-Stil gehalten.
Präsentiert wurde das Spiel an einem selbstgebauten Arcade-Automaten. Damit zog das Duo aus Aurich am Messestand in Köln die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher auf sich.
Landesförderung macht Projekt möglich
Hinter dem Projekt steht mehr als private Leidenschaft. Das Spiel wurde durch das Kooperationsprojekt „KulTur-Innovationen für Ostfriesland“ gefördert. Träger sind die Ostfriesische Landschaft und Ostfriesland Tourismus. Das Land Niedersachsen beteiligte sich ebenfalls an der Finanzierung.
Das Projekt gilt als Beispiel dafür, wie ländliche Regionen mit kreativen Mitteln auf sich aufmerksam machen können.
Gamescom 2026: Retro ist gefragt
Die Gamescom 2026 war der Rahmen für das Auricher Projekt. Auf der weltgrößten Spielemesse in Köln sind in diesem Jahr über 400 Spiele zu testen. Viele Besucher zieht der Retro-Gaming-Bereich besonders an.
Großen Herstellern fällt die Aufmerksamkeit nicht mehr automatisch zu. Indie-Projekte und kleinere Studios können in diesem Umfeld punkten. „Ostfriesland Games“ nutzte genau diese Lücke.
Drei Messetage im Rampenlicht
Nach drei Tagen auf der Messe zog das Team aus Aurich eine positive Bilanz. Neben dem Arcade-Automaten standen Bruns und Feddermann nach eigenen Angaben auch vor mehreren Kameras. Der Andrang am Messestand überraschte das Duo offenbar selbst.
Das Spiel richtet sich an Nostalgiker, die klassische Arcade-Spiele kennen, und an Menschen, die etwas über ostfriesische Kultur erfahren möchten. Diese Kombination kam in Köln offenbar gut an.
Kleines Studio, Auftritt auf großer Messe
Ein kleines Team aus Aurich hat mit überschaubaren Mitteln ein Produkt entwickelt, das auf einer der größten Spielemessen der Welt vertreten war. Die Förderung durch das Land Niedersachsen hat diesen Weg erst möglich gemacht. Ob das Spiel nach der Messe breit veröffentlicht wird, ist derzeit nicht bekannt.
