Niedersachsen baut seine Führungsposition bei der Windkraft weiter aus. Von Januar bis September 2025 gingen landesweit 130 neue Anlagen ans Netz. Das sind 49 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Umweltministerium in Hannover meldete den Zubau als klares Signal für die Energiewende im Land.
Mehr Leistung als jedes andere Bundesland
Die Zahlen sprechen für sich. Mit Windkraft an Land und auf See kommt Niedersachsen auf eine installierte Gesamtleistung von 18,81 Gigawatt. Kein anderes Bundesland erreicht diesen Wert. Das geht aus Angaben des Niedersächsischen Umweltministeriums hervor.
Energieminister Christian Meyer lobt das Tempo ausdrücklich. Er hebt dabei auch das Engagement der Kommunen hervor. Viele Städte und Gemeinden hätten Flächen bereitgestellt und Genehmigungsverfahren aktiv begleitet. Das habe den Ausbau beschleunigt.
Deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, wie stark das Tempo angezogen hat. 49 zusätzliche Anlagen in den ersten neun Monaten des Jahres sind ein erheblicher Sprung. Dieser Trend passt zu einem bundesweiten Bild. Laut aktuellen Daten stieg der Zubau bei Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 um 67 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Niedersachsen profitiert dabei von seiner Geografie. Flache Küstenregionen, weite landwirtschaftliche Flächen und ein langer Erfahrungsschatz bei der Windenergie machen das Land zu einem bevorzugten Standort für Investoren und Betreiber.
Kommunen als Schlüsselakteure
Ein wichtiger Faktor für den Ausbau ist die Rolle der Kommunen. Sie entscheiden über Flächennutzungspläne und beeinflussen damit direkt, wo neue Anlagen entstehen können. Energieminister Meyer betont, dass viele Gemeinden die wirtschaftlichen Chancen der Windkraft erkannt hätten. Kommunale Beteiligungsmodelle ermöglichen es, dass Einnahmen aus Windparks direkt vor Ort bleiben.
Dieser Ansatz verringert Widerstände in der Bevölkerung. Wenn Bürgerinnen und Bürger finanziell von Windparks profitieren, steigt die Akzeptanz. Niedersachsen gilt in diesem Bereich bundesweit als Vorbild.
Genehmigungsverfahren als Flaschenhals
Trotz des positiven Trends bleibt die Dauer von Genehmigungsverfahren ein kritisches Thema. Viele Projekte stehen und fallen mit der Bearbeitungszeit bei Behörden. Das Land hat in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um Verfahren zu beschleunigen. Ob das ausreicht, um die Ausbauziele langfristig zu sichern, wird die Praxis zeigen.
Windkraft als wirtschaftlicher Faktor
Der Ausbau der Windkraft hat auch wirtschaftliche Bedeutung für Niedersachsen. Hersteller, Zulieferer und Dienstleister aus dem Bereich erneuerbare Energien sind im Land ansässig. Neue Anlagen bedeuten Aufträge, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Das Land positioniert sich als Standort für die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft.
Offshore-Windparks in der Nordsee tragen ebenfalls erheblich zur Gesamtleistung bei. Niedersachsen als Küstenland profitiert direkt von den großen Windparks auf See. Die Infrastruktur für Anlandung und Wartung liegt zum großen Teil in niedersächsischen Häfen.
Fazit: Solides Fundament, offene Fragen
Niedersachsen steht bei der Windkraft bundesweit an der Spitze. 130 neue Anlagen in neun Monaten und eine Gesamtleistung von 18,81 Gigawatt sind messbare Erfolge. Der Ausbau läuft deutlich schneller als im Vorjahr. Das gibt dem Land eine starke Ausgangsposition für die weiteren Klimaziele. Ob das Tempo dauerhaft gehalten werden kann, hängt maßgeblich von Genehmigungskapazitäten und der Flächenverfügbarkeit ab.
